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Shitstorm: Krombacher arbeitet mit Nestlé zusammen - und kassiert dafür mächtig Ärger

Krombacher hat vor gut einem halben Jahr einen Deal mit Nestlé geschlossen - jetzt ist diese Nachricht auch in den sozialen Netzwerken angekommen. Die Brauerei muss sich seit Tagen mit einem Shitstorm rumärgern.

Krombacher im Shitstorm - dabei ist der Deal mit Nestlé schon sechs Monate alt

Krombacher im Shitstorm - dabei ist der Deal mit Nestlé schon sechs Monate alt

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Der Lebensmittelkonzern Nestlé muss seit Jahren mit einem miesen Image kämpfen. Kritiker werfen der Firma vor, ausgerechnet in trockenen Regionen das Wasser abzupumpen , um es zu verkaufen. Der miese Ruf färbt offenbar ab: Krombacher hat den Vertrieb und die Distribution von Nestlés Eistee-Marke Nestea übernommen - und das gefällt den Nutzern im Netz gar nicht. Via Facebook und Twitter wettern sie gegen das Unternehmen. Und drohen mit Boykott.

Allerdings: Neu ist die Zusammenarbeit zwischen Krombacher und Nestlé nicht, wie auch die "Lebensmittelzeitung" berichtet. Denn bereits im November 2017 gab die Brauerei bekannt, sich künftig um Nestea zu kümmern. Zuvor hatte diesen Job Coca-Cola, doch der Softdrink-Konzern hatte die Zusammenarbeit zugunsten der eigenen Eistee-Marke Fuze aufgegeben. Doch offenbar fand erst in den vergangenen Tagen diese Nachricht ihren Weg in die sozialen Netzwerke. Auf Twitter werfen die User Krombacher Scheinheiligkeit vor. Die Brauerei hatte schon vor Jahren eine Aktion gestartet, mit jedem verkauften Kasten Krombacher ein Stück Regenwald zu retten - und nun würde eben diese Marke mit Nestlé kooperieren. Nestlé wird vor allem das Geschäft mit Trinkwasser vorgeworfen. 

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Krombacher kassiert Shitstorm wegen Nestlé-Deal

Auf Facebook verabschieden sich Kunden von Krombacher. "Bye bye, Nestlé ist eine Firma von der man nichts kaufen kann. Ihr gehört dazu, da wird kein Krombacher mehr gekauft. Egal wie viel Mitarbeiter ihr hier habt. Wenn man die Seele verkauft, hat man eben verloren", schreibt einer auf Krombachers Facebook-Seite. "Sorry, trinke Krombacher seit ich denken kann. Aber das wird nicht wieder vorkommen (außer auf Veranstaltungen, wo ich es nicht beeinflussen kann)! Meinen privaten Bier-Konsum werde ich definitiv auf eine andere Brauerei verlegen", schreibt ein anderer User.

Für Krombacher war der Deal mit Nestlé ein strategischer, denn der Biermarkt in Deutschland verspricht kaum noch Wachstum. So hat die Brauerei sein Portfolio schon mit anderen anti-alkoholischen Marken wie Vitamalz, Schweppes, Dr. Pepper oder Orangina erweitert. 

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kg
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