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Künftige "Südbank": BayernLB belastet Fusionsgespräche

Während Baden-Württembergs Ministerpräsident Günter Oettinger (CDU) konkrete Fortschritte bei den Fusionsgesprächen für eine künftige "Südbank" sieht, belastet der mögliche Partner BayernLB einen solchen Zusammenschluss. Der operative Verlust der Bank ist noch einmal um zwei Milliarden Euro größer als ohnehin schon befürchtet.

Ein Zusammenschluss der BayernLB mit der größten deutschen Landesbank LBBW in Stuttgart rückt nach Ansicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günter Oettinger immer näher. Zur bisher eher ablehnenden Haltung von Bayerns Regierungschef Horst Seehofer (CSU) sagte Oettinger: "Ich glaube, dass Seehofer weiß, dass die BayernLB allein auf Dauer nicht ideal aufgestellt ist." Belege für die Ansicht Oettingers lieferte die bayerische Landesbank am Freitag selbst. Ihr operativer Verlust lag 2008 bei rund fünf Milliarden Euro und damit noch einmal höher als ohnehin schon erwartet.

BayernLB-Vorstandschef Michael Kemmer sagte der "Börsen-Zeitung", der höhere Verlust sei unter anderem durch weitere Belastungen bei sogenannten Asset Backed Securities (handelbare Schuldverschreibungen, durch die eine Bank liquide Mittel erhalten soll) und durch den Staatsbankrott in Island zustande gekommen. Im Oktober hatte die Bank noch von drei Milliarden Jahresverlust gesprochen, im November hatte Kemmer schließlich angedeutet, dass die Landesbank noch tiefer in die roten Zahlen rutschen könnte. Die Bank wird vom Land Bayern zudem mit zehn Milliarden Euro gestützt.

Dessen ungeachtet nennt Oettinger die Gespräche zu einer süddeutschen Landesbank "konkret". Widerstand gegen eine solche Fusion gibt es allerdings nicht nur in Bayern, sondern auch in Baden-Württemberg. Auch der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) lehnt einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" zufolge einen Zusammenschluss von LBBW und BayernLB ab. Die Landeshauptstadt gehört zu den Hauptanteilseignern der LBBW.

Oettinger: Fusionswelle bei Landesbanken kommt

Oettinger, der auch Vorsitzender der Trägerversammlung der LBBW ist, sieht eine Fusionswelle kommen: "Wir werden in einem Jahr nennenswert weniger Landesbanken haben." Er unterstütze den Plan von Sparkassenpräsident Heinrich Haasis, bei den Landesbanken drei Blöcke zu schmieden. "Es laufen auch Sondierungen nach Norden", sagte Oettinger. Dabei könnte es um das Mittelstandsgeschäft der WestLB gehen. Dies hatte der Regierungschef bereits vor Monaten angedeutet.

Aus dem Umfeld der bayerischen Sparkassen verlautete, die Gespräche mit der LBBW seien zwar nie abgerissen, doch sei nicht vor Ende dieses Jahres mit entsprechenden Schritten zu rechnen. "Beide Häuser müssen erst einmal stabilisiert werden." Auch in Finanzkreisen wird nicht mit einer baldigen Entscheidung gerechnet. Beide Landesbanken hätten genug mit der Bewältigung der Finanzkrise zu tun und könnten sich nicht mit aktuellen Fusionsverhandlungen beschäftigen. Eine Sprecherin des bayerischen Finanzministeriums sagte: "Bekanntermaßen laufen zwischen den Landesbank-Ländern seit Herbst verschiedene Gespräche, die wir im Einzelnen nicht kommentieren."

Zuletzt hatte Bayern einer Fusion der krisengeschüttelten Landesbank mehrfach eine Absage erteilt. Er sei nicht bereit, Risiken anderer Landesbanken zu schultern, hatte Seehofer betont. Grundsätzlichen Gesprächen werde sich München aber nicht verweigern. Als weitere Option gilt eine Privatisierung der BayernLB. Hauptanteilseigner der Bank ist der Freistaat Bayern, die bayerischen Sparkassen sind nach einer Kapitalerhöhung künftig nur noch Minderheitseigner.

DPA/Reuters / DPA / Reuters