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Liebling der Analysten: Nach Millionengewinn wird Infineon zum Jobmotor

Die Krise nach der Qimonda-Pleite scheint für Infineon endgültig überstanden. Der Halbleiterhersteller sorgte am Donnerstag für eine große Überraschung an den Börsen. Jetzt soll auch der Standort Deutschland von den guten Zahlen profitieren.

Infineon will kräftig in den Standort Dresden investieren. Dort hatte der Konzern zuletzt für 101 Millionen Euro Anlagen der inzwischen abgewickelten Ex-Tochter Qimonda übernommen und will bis 2014 rund 250 Millionen Euro in die Fertigung in der sächsischen Hauptstadt investieren. Zusätzlich sollen dort 250 Jobs entstehen. Die Qimonda-Pleite hatte Infineon 2009 beinahe mit in den Abgrund gerissen.

Die überraschend guten Quartalszahlen haben Infineon-Anleger am Donnerstag in Kauflaune versetzt. Die Titel des Chipherstellers erklommen mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 7,36 Euro die Dax-Spitze und behaupteten sich damit gegen einen deutlich schwächeren Gesamtmarkt. Die Bilanz überzeuge den Markt noch mehr davon, dass Infineon ein weniger schwankungsanfälliger und sehr viel verlässlicherer Spieler am Chipmarkt geworden sei, lobte Silvia-Quandt-Analyst Eerik Budarz. Infineon bleibe "Klassenbester", urteilte DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer.

Infineon hat auch im dritten Geschäftsquartal kräftig vom anhaltenden Boom in der Autobranche profitiert. Nach dem Verkauf etlicher Geschäfte und dem grundlegenden Umbau des einstigen Sorgenkindes sind die Münchner weiter auf einem stabilen Erfolgskurs. Der Umsatz des Halbleiterherstellers kletterte zwischen April und Juni verglichen mit dem Vorquartal um 5 Prozent auf 1,04 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Neubiberg bei München mitteilte. Nachdem zuletzt etwa der Verkauf der Handychipsparte viel Geld in die Kasse gespült hatte, sank unter dem Strich allerdings der Gewinn kräftig von 572 im Vorquartal auf 190 Millionen Euro.

Starke Zahlen dank guter Strategie

Die verbliebenen Geschäfte legten allerdings weiter zu. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten stieg verglichen mit dem zweiten Quartal von 173 auf 175 Millionen Euro. "Diese Zahlen belegen, dass die strategische Ausrichtung auf Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit richtig ist", sagte Vorstandschef Peter Bauer. Für das Schlussquartal des Geschäftsjahres (Ende September) erwartet er Umsätze auf dem Niveau des dritten Quartals.

Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, will Bauer die Kapazitäten in der Fertigung ausbauen. So werde auch die Produktion in Malaysia aufgestockt.

ono/Reuters, DPA / DPA / Reuters