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LUFTVERKEHR: Billig fliegen: Umstellung für Deutsche BA-Passagiere

Mit der feinen britischen Art ist es bei der zweitgrößten deutschen Fluglinie vorbei: Passagiere müssen sich jetzt auf härtere Zeiten über den Wolken einstellen.

Schon vor der geplanten Übernahme der British Airways-Tochter will der Billigflieger EasyJet dafür sorgen, dass sich die deutschen Kunden an neue Standards gewöhnen: Weniger Service und Komfort als Gegenleistung für deutlich günstigere Tickets.

Am liebsten online buchen

Zum Buchen sollen die Kunden nicht ins Reisebüro gehen, sondern am liebsten ins Internet. Und auch an Bord sollen die Passagiere langsam aber sicher auf die goldene EasyJet-Regel vorbereitet werden: Essen und Getränke gibt es nur gegen Aufpreis. »Die Leute bekommen bei uns nichts an Bord, wofür sie nicht auch bezahlen«, sagt EasyJet-Gründer Stelios Haji-Ioannou. Außerdem haben sie künftig an Bord weniger Platz. In jedem Flugzeug will er 13 Sitze zusätzlich einbauen lassen. Für den Mangel an Komfort werden die Passagiere aber mit deutlich günstigeren Ticketpreisen belohnt. Durchschnittlich zahlt ein EasyJet-Kunde rund 70 Euro für sein Ticket.

Mitarbeiter auf neuen Kurs bringenVerluste trotz massiver Werbung

Mit ihrem bisherigen Konzept hatte die Deutsche BA keinen Erfolg. Trotz massiver Werbekampagnen flog die Deutsche BA Jahr für Jahr einen Verlust ein. Vor allem die niedrige Auslastung und die Preiskämpfe mit dem Hauptkonkurrenten Lufthansa hatten dazu beigetragen, dass die Deutsche BA ihre Kosten nicht in den Griff bekam. Mit Schnäppchenpreisen von teilweise weniger als 50 Euro pro Strecke ließen sich die Ausgaben nicht bezahlen. Auch die viel umworbenen Geschäftskunden, die den Standardpreis für die Tickets bezahlen, konnten dies nicht ausgleichen.

Verkaufsangebot kam überraschend

Schon seit Jahren waren die Verluste der Deutschen BA der Mutter British Airways ein Dorn im Auge. Hinter den Kulissen wurde offensichtlich seit Monaten mit Investoren verhandelt. Dennoch hatte der Deutschlandchef der Deutschen BA immer wieder betont, die Mutter stehe voll und ganz hinter ihrer Tochter. Auch in den schwierigen Zeiten halte sie an der Deutschen BA fest, sagte Adrian Hunt immer wieder. Möglicherweise war das Verkaufsangebot an EasyJet nach Einschätzung von Branchenkennern auch für ihn eine Überraschung.

Daniela Wiegmann