Luftverkehr Mit Geschäftskunden aus der Krise


Der neue DBA-Besitzer Wöhrl will die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft mit der stärkeren Konzentration auf Geschäftskunden und einem harten Sparprogramm wieder auf Kurs bringen.

Es wird eine gewaltige Kraftanstrengung notwendig sein, um die Deutsche BA - immerhin die zweitgrößte inländische Fluggesellschaft - aus der wirtschaftlichen Schieflage zu befreien. Der neue Besitzer Hans Rudolf Wöhrl will dies mit einer stärkeren Konzentration auf Geschäftskunden und einem harten Sparprogramm angehen."Ob das machbar ist, wird sich zeigen." Falls die chronisch defizitäre DBA den Sprung in die Gewinnzone nicht schafft, schließt Wöhrl auch eine Schließung nicht aus.

Kein reiner Billigflieger mehr

Unter Wöhrls Führung wird sich die DBA teilweise vom Konzept eines Billigfliegers verabschieden. Ein Schwerpunkt des neuen Tarifsystems ist das Business-Ticket. Für einen einfachen Flug kostet dieses 175 Euro. Es ist kostenlos umbuchbar. Daneben will Wöhrl auch Spartarife ab 25 Euro anbieten.

Belegschaft stimmte Lohnverzicht zu

Der fränkische Textilunternehmer Wöhrl hatte die DBA vor einigen Wochen für den symbolischen Preis von einem Euro übernommen. In den vergangenen Wochen handelte er mit den Beschäftigten einen 20-prozentigen Lohnverzicht für ein Jahr aus. Auf diesem Weg solle das laufende Geschäftsjahr mit Entbehrungen überstanden werden, sagte Wöhrl. Er rechnet noch einmal mit einem Minus von 35 bis 40 Millionen Euro. Hier sei bereits ein Erfolg des Sparkurses zu sehen. Alt- Besitzer British Airways habe mit doppelt so hohen Verlusten gerechnet.

Kapazitäten erhalten

Mit Hilfe des Gehaltsverzichts will Wöhrl die bestehenden Kapazitäten für künftiges Wachstum erhalten. "Das Unternehmen wurde für eine Größe von 25 Flugzeugen konzipiert." Derzeit fliegt die DBA mit 16 Maschinen. Er stehe in Verhandlungen mit Flugzeugherstellern und Leasinggesellschaften, um die Flotte zum Sommerfahrplan 2004 um bis zu vier Flugzeuge aufzustocken, sagte Wöhrl. Mittelfristig sind 25 Flugzeuge sein Ziel.

Deutschland bleibt schwieriger Markt

Die DBA, die künftig auf den Langnamen Deutsche BA verzichten will, hat seit ihrer Gründung vor mehr als zehn Jahren nur Verluste eingeflogen. Deutschland gilt unter anderem wegen der starken Konkurrenz durch die Lufthansa als schwieriger Markt für Billigflieger. Easyjet verzichtete aus diesen Gründen auf eine bereits vereinbarte Übernahme der DBA.


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