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Kunden und Mitarbeiter genervt: McDonald's-Marketing-Flop: Frühstück um Mitternacht? Braucht keiner!

Das ganztägige Frühstücksangebot sollte der Umsatzretter für McDonald's werden - doch Mitarbeiter und Kunden sind genervt und der Umsatz schrumpft. Das "All day breakfast" ist ein Reinfall.

Das ganztägige Frühstück sollte McDonalds aus der Krise holen.

Das ganztägige Frühstück sollte McDonalds aus der Krise holen.

Der Fastfood-Riese McDonald's sucht den Weg aus der Krise. Seit sieben Quartalen schrumpft der Umsatz des Burgerbraters kontinuierlich. Um wieder Kunden in die Restaurants zu locken, startete Anfang Oktober das ganztägige Frühstücksangebot in den USA. Und das offenbar nicht sehr erfolgreich, wie nun eine Befragung der Franchisenehmer zeigt.

Chaos in der McDonald's-Küche

Mitarbeiter sind überfordert, weil sie neben den üblichen Burgern und Co. auch noch Frühstück brutzeln müssen. Das verursachte lange Wartezeiten, die wiederum die Laune der Kunden verhagelt. Dazu kommt: Das Frühstück ist im Vergleich zu anderen Produkten bei McDonald's relativ billig, aber auch sehr aufwendig. Statt teurerer Burger müssen Mitarbeiter immer wieder vereinzeln Frühstück zaubern - das drückt den Umsatz, schreibt die "Welt".

McDonald's-Frühstück zu billig

Die japanische Investmentbank Nomura hatte 29 Franchisenehmer, die 226 Restaurants betreiben, nach ihren Eindrücken befragt. Chaos in der Küche, Frust beim Kunden - so lautet das Ergebnis der ersten Dauer-Frühstückswochen beim Fastfood-Konzern. "Das All-Day-Breakfast ist ein Rohrkrepierer. Wir setzen den Kunden falsche Anreize, statt der teuren Menüs das vergleichsweise günstige Frühstück zu kaufen", schreibt ein Befragter in der Umfrage. "Das System liegt in den letzten Zügen", schreibt ein anderer McDonald's-Betreiber. "Wir stecken mitten in einer tiefen Depression und nichts ändert sich", zitiert der "Businessinsider". "Ich arbeite seit den 1970ern in diesem Bereich und habe uns noch nie so führungslos erlebt", schreibt ein weiterer Franchisenehmer. 

Umsätze gehen seit Jahren zurück

McDonald's steckt in der Krise und auch das ganztägige Frühstück scheint keine Lösung im Kampf gegen die sinkenden Umsätze zu sein. Das größte Problem: Die Kunden wollen sich inzwischen gesünder ernähren. Und wenn sie überhaupt Buger essen wollen, dann aus besten Zutaten. Diese Einstellung beschert regionalen Burgerbratern, die auf hochwertige Produkte setzen, volle Kassen. Doch der US-Konzern kann weder von dem Burger-Trend profitieren, noch sein Angebot gesünder gestalten. In Deutschland soll nun ein kurzzeitig ins Programm genommener Bio-Burger die Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln bei McDonald's bedienen. Bislang verliefen alle Bemühungen ohne nennenswerte Erfolge: Im Vergleich zum Vorjahr sank der Gesamtumsatz um 700 Millionen Dollar ein.

McDonald's-Chef lobt Erfolg der Aktion

Zu den Hilferufen der Franchisenehmer wollte McDonald's sich gegenüber der "Welt" nicht äußern. Der US-Chef des Unternehmens hatte erst in der vergangenen Woche in einer Mail an die Franchisenehmer den Erfolg der Aktion gefeiert. Sie zeige, "dass wir den Kunden zuhören", sagt Unternehmenschef Mike Andres. Der Umsatz würde durch das Frühstücksangebot steigen. Offenbar sehen die Franchisenehmer, ihre Angestellten und auch die Kunden das etwas anders. 

kg