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Moskau Russe kettet sich an Restauranttür, um gegen den Rückzug von McDonald's zu protestieren

Luka Safronov-Zatravkin protestiert gegen Schließung von McDonald's in Russland
Luka Safronov-Zatravkin trifft der Rückzug von McDonald's aus Russland persönlich
© Clear Blue / Twitter
McDonald's schließt seine Restaurants in Russland. Den Pianisten Luka Safronov-Zatravkin verleitete das zu einer drastischen Form des Protests.

Russland steht zunehmend isoliert dar: Nahezu alle westlichen Unternehmen ziehen sich aus dem Land zurück, nachdem Präsident Wladimir Putin den Befehl zum Angriff auf die Ukraine gegeben hat. Die Auswirkungen spürt vor allem die Wirtschaft des Landes, aber auch die Bevölkerung in ihrem Alltag – und das schmeckt einigen überhaupt nicht.

Vor einer Filiale eines McDonald's in Moskau hat ein Mann gegen die Schließung der Restaurants der Fast-Food-Kette demonstriert. Der Russe Luka Safronow-Zatravkin kettete sich an die Tür der Filiale und bezeichnete die Entscheidung des Unternehmens als "Freiheitsberaubung" und sogar als "Völkermord". In Videos auf Twitter ist zu sehen, wie er anschließend von der Polizei abgeführt wird. Zatravkin ist Pianist und Sohn des russischen Künstlers Nikas Safronow.

McDonald's-Burger seien "Symbole der Freiheitsberaubung"

McDonald's hatte am Mittwoch angekündigt, seine 850 Filialen in Russland zu schließen. Dem 270 Kilogramm schweren Zatravkin geht das offenbar gehörig gegen den Strich: "Sie haben kein Recht zu schließen", rief er. Später äußerte sich Zatravkin zudem auf Telegram zu der Aktion. "Mit McDonald’s kamen verschiedene Arten von Freiheit in mein Leben. Freiheit der Wahl, Freiheit, sich zu bewegen, Freiheit, meine eigenen Werte umzusetzen und ihnen zu folgen", begründete der 31-Jährige seinen Protest.

Die Menschen in den von Krieg und Gewalt betroffenen Gebieten in der Ukraine brauchen unsere Hilfe. Die Stiftung stern arbeitet mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen, die von uns geprüft wurden. Wir leiten Ihre Spende ohne Abzug weiter. Über diesen Link kommen Sie direkt zu unserem Spendenformular.
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"Die Hamburger von McDonald's werden jetzt Symbole der Freiheitsberaubung", schrieb Zatravkin weiter. Er kritisierte, dass die Sanktionen des Westens vor allem die normalen russischen Bürger treffen würden. Kritische Worte zum Krieg in der Ukraine oder der Politik von Präsident Putin fand Zatravkin hingegen nicht.

McDonald's verlässt nach mehr als 30 Jahren Russland

McDonald's hatte sich trotz des Kriegs lange bedeckt gehalten, sich dann aber doch zum Rückzug aus Russland entschlossen – auch nach Protesten. Aufgrund der Werte des Unternehmens könne man "das unnötige menschliche Leid, das sich in der Ukraine zuträgt, nicht ignorieren", erklärte Vorstandschef Chris Kempczinski in einer E-Mail an die Mitarbeiter. Der Betriebsstopp sei nötig, auch wenn McDonald's seit mehr als 30 Jahren in Russland vertreten sei und dort täglich Millionen Kunden bediene.

Quellen: Kevin Rethrock auf TwitterLuka Zatravkin auf Telegram / DPA

Moskau: Russe kettet sich an Restauranttür, um gegen den Rückzug von McDonald's zu protestieren

Sehen Sie im Video: Die Sanktionen westlicher Unternehmen treffen russische Geschäfte hart. Aber auch in Deutschland könnte das Angebot in den Supermärkten bald schwinden. Ursache sind die hohen Benzinpreise, die Logistikunternehmen unter Druck setzen.

epp

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