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Snacks statt Burger: Warum Starbucks zum Konkurrenten von McDonald's wird

Salate und Bagels statt fettiger Fritten und labbriger Burger: Starbucks mausert sich zum besseren McDonald's - glauben Analysten. Weltweit nimmt die Café-Kette gesundes Essen ins Programm auf.

Von Katharina Grimm

McDonald's hat weltweit mit Problemen zu käampfen. Vor allem das schlechte Image von Fast-Food macht dem Burger-Konzern zu schaffen. Analysten glauben, dass Starbucks McDonald's kräftig Konkurrenz machen wird.

McDonald's hat weltweit mit Problemen zu käampfen. Vor allem das schlechte Image von Fast-Food macht dem Burger-Konzern zu schaffen. Analysten glauben, dass Starbucks McDonald's kräftig Konkurrenz machen wird.

Früher hätte man "Kaffee und Kuchen" in einem Café bestellt. Ein Kännchen Filterkaffee, vielleicht etwas Sahne dazu, und ein schönes Stück Kuchen. Das ist natürlich alles total von vorgestern. Wer noch vor wenigen Wochen zu Starbucks ging, orderte sich einen überteuerten Kaffee im Pappbecher und vielleicht noch einen Kalorienbomben-Keks dazu. Doch nun rüstet die Café-Kette auf: Bagels, frische Salate, belegte Brote und Wraps, dazu Muffins, Kuchen und Donuts. Sicherlich: Kaffee wird hier immer noch ausgeschenkt. Doch die strategische Idee hinter den neuen Angeboten ist deutlich. Starbucks mausert sich zum Fast-Food-Verkäufer.

Denn die Snacks, die sich langsam ins Sortiment geschummelt haben, sind Teil einer neuen Strategie. Weltweit baut der Konzern das Angebot immer weiter aus. In den USA gibt es inzwischen Drive-In-Schalter. Spätestens jetzt fällt auf: Starbucks macht den Fast-Food-Riesen wie McDonald's und Burger King die Kundschaft streitig.

Fast-Food ohne schlechtes Gewissen

Und mit dem neuen Geschäftsmodell könnte Starbucks auch noch sehr erfolgreich sein. Das zumindest vermuten einige Analysten bei der US-Investmentbank Goldman Sachs. "Starbucks ist die einzige große Food-Kette, die jungen Eltern die Bequemlichkeit des Fast-Foods anbietet, ohne dass sie deswegen ein schlechtes Gewissen haben müssen", heißt es in einem Report. Und tatsächlich bietet das Unternehmen vor allem gesunde Snacks und frische Produkte an. Und erhöht damit den Druck auf McDonald's und Co.

Der Burger-Brater McDonald's hat ein schlechtes Geschäftsjahr hinter sich. Die US-Kette kämpft um Kunden. Burger sind zwar ein Food-Trend, doch die Konsumenten wünschen sich individuelle Burger, regionale Produkte. Das weiß auch McDonald's. "Gut schmeckendes Essen höchster Qualität" werde gefordert, sagt der neue Chef von McDonald's, Steve Easterbrook, in einem Analystengespräch. Um den Kundenwünschen nachzukommen, setzt auch McDonald's zunehmend auf gesündere Snacks. Im um Kampf um Kunden müssen die Unternehmen vor allem die Familien erreichen.

McDonald's oder Burger King: Wer hat das verbrutzelt?

    Das Prinzip ist ganz einfach: Sagen Sie uns, ob das Fast-Food-Gericht auf dem Foto von McDonald's oder Burger King verkauft wird.

    Essen und Atmosphäre locken Kunden

    Rund 14 Prozent aller Kunden bei McDonald's sind Familien mit Kindern unter 12 Jahren. Vor vier Jahren lag dieser Anteil noch bei über 18 Prozent. Die Zeiten, dass ein Spielzeug im Happy Meal Kinder samt der Eltern in die Restaurants gelockt haben, seien endgültig vorbei, schreiben auch die Analysten.

    Nicht nur das Essen, sondern auch die Atmosphäre in den Cafés spreche für Starbucks. "Die ansprechende Einrichtung der Kaffeebars mit Lounge-Charakter lädt die Kunden außerdem zum längeren Verweilen ein und macht die Cafés zu einem sozialen Treffpunkt", sagt Martina Rauch, Dozentin für Marketing an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Zürich gegenüber "20 Minuten". Ein zusätzlicher Pluspunkt ist das kostenlose Wifi für die Kunden.

    Gewinn schrumpft bei McDonald's

    Zählt man die Filialen nach, kann es Starbucks mit McDonald's aufnehmen. Die weltweit größte Burger-Kette hat zwar 36.000 Restaurants, doch auch Starbucks kommt auf insgesamt 20.000 Cafés. Zum Vergleich: Burger King, Platz 2 der weltgrößten Burger-Ketten, hat nur 13.000 Filialen.

    Beim Gewinn zieht sich allerdings noch ein tiefer Graben zwischen den Unternehmen hindurch: Während Starbucks das erste Quartal mit einem Gewinnanstieg auf 495 Millionen Dollar feierte, erzielte McDonald's im gleichen Zeitraum einen Gewinn von über 811 Millionen Dollar - und dabei war der Gewinn um etwa ein Drittel zum Vorjahreszeitraum eingebrochen.