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Medien: Saban: Erster Rückschlag auf deutschem TV-Markt

Obwohl der Amerikaner das leicht höhere Angebot vorlegte, bekam am Dienstag das Konsortium um KarstadtQuelle den Zuschlag für den Kauf des Deutschen Sportfernsehens DSF.

Nach dem spektakulären Zuschlag für den Kauf von ProSiebenSAT.1 hat der US-Milliardär Haim Saban bei der Eroberung des deutschen TV-Markts einen ersten Rückschlag erlitten. Obwohl der Amerikaner das leicht höhere Angebot vorlegte, bekam am Dienstag das Konsortium um KarstadtQuelle den Zuschlag für den Kauf des Deutschen Sportfernsehens DSF. Saban will sich nun ganz darauf konzentrieren, den ProSiebenSAT.1-Kauf trotz aller Gerüchte über ein Scheitern in letzter Minute zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

DSF-Verkauf nur ein 'kleiner Fisch'

Verglichen mit dem ProSiebenSAT.1-Geschäft, das einschließlich des Filmrechtehandels ein Volumen von zwei Milliarden Euro hat, war der DSF-Verkauf eigentlich nur ein kleiner Fisch. Rund 20 Millionen Euro legt das Karstadt-Konsortium für das Internetportal Sport1 und den in den vergangenen Jahren chronisch defizitären Sender hin, der unter anderem für die Übertragung von Spielen der zweiten Fußball-Bundesliga bekannt ist. Wegen des derzeitigen Umbruchs auf dem deutschen Medienmarkts wurde das Tauziehen zwischen dem erfolgreichen US-Unternehmer und dem größten deutschen Kaufhaus-Konzern aber mit großem Interesse verfolgt.

Kartellrechtliche Gründe

Im Umfeld Sabans und in KirchMedia-Kreisen wurde betont, die Entscheidung für KarstadtQuelle sei nicht gegen Saban gerichtet. "Das ist kein Misstrauensvotum gegen Saban", sagt ein Beteiligter. Zum einen seien die Gläubigerausschüsse, die über die beiden Verkäufe zu entscheiden hatten, unterschiedlich besetzt. Zudem hätten vor allem kartellrechtliche Gründe den Ausschlag bei der DSF-Entscheidung gegeben. Saban will beim ProSiebenSAT.1-Kauf den französischen TF1-Konzern mit ins Boot holen. Zu diesem wiederum gehört der DSF-Konkurrent Eurosport. Daher wäre eine längere Kartellprüfung zu erwarten gewesen. Bei einem Zuschlag an Saban hätte unter anderem geklärt werden müssen, wer in der Zwischenzeit die möglichen DSF-Verluste trägt.

Erst spät für DSF geboten

Bei Saban hielt sich die Enttäuschung in Grenzen. "Das wäre für ihn ein Schmankerl gewesen", heißt es in Unternehmenskreisen. Der US-Milliardär habe sich erst spät durchgerungen, für das DSF mitzubieten. Er habe sich dann aber engagiert, weil der Kauf ihm als mögliches Schnäppchen erschien.

Derzeit wird zerschlagenes Porzellan gekittet

Saban Vize Adam Chesnoff sagte am Dienstag, die Gruppe arbeite derzeit hart daran, den Kauf von ProSiebenSAT.1 und dem Filmrechtehandel zum frühest möglichen Zeitpunkt abzuschließen. In den vergangenen Tagen bemühte sich Saban dabei bereits, zerschlagenes Porzellan zu kitten. Mit der späten Vorlage von Finanzierungsnachweisen, seinem forschen Auftreten und der Präsentation neuer Geschäftspläne hatte er für Verärgerung bei den Gläubigerbanken gesorgt. Noch immer gilt es in der Branche nicht als ausgeschlossen, dass der Milliarden-Deal noch in letzter Minute scheitern könnte. Zuletzt haben sich die Wogen aber etwas geglättet.

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