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Meldungen: "Ivan" kostet acht Milliarden Dollar

Hätte der Hurrikan "Ivan" den Großraum Miami voll getroffen, wären Schäden von 55 bis 100 Milliarden Dollar entstanden. Solche Großkatastrophen treten aber nur etwa alle 200 Jahre auf.

Der Hurrikan "Ivan" dürfte in den USA bis zu acht Milliarden Dollar Schaden verursacht haben, das zumindest erwartet Gerry Lemke, Experte für Naturgefahren beim weltweit zweitgrößten Rückversicherer Swiss Re, dem in Zürich erscheinenden "Tages-Anzeiger". Hätte "Ivan" den Großraum Miami voll getroffen, wären Schäden von 55 bis 100 Milliarden Dollar möglich gewesen. Solche Großkatastrophen würden aber nur alle 200 bis 250 Jahre eintreten, meinte Lemke. Diesmal rechneten die Versicherer mit etwa sechs bis acht Milliarden Dollar.

Genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest

Die US-Spezialfirma Risk Management Solutions (RMS) bezifferte den Gesamtschaden in den USA auf bis zu sieben Milliarden Dollar. Hinzu kämen ein bis zwei Milliarden Dollar versicherte Schäden in der Karibik. In Deutschland erklärte die Münchener Rück am Freitag, der Gesamtschaden könne noch nicht abgeschätzt werden, da noch einige Landstriche überflutet seien.

Die internationalen Versicherungen können Schäden, wie sie die Hurrikans verursacht haben, bis zu der Summe von 100 Milliarden Dollar auffangen, sagte der Schweizer Experte weiter. Diese umgerechnet 82 Milliarden Euro reichten für eine volle Abdeckung. Die Swiss Re sei nicht wirklich überrascht von der Zahl der Hurrikans. Eine Konzentration von Wirbelstürmen lasse sich in der Karibik etwa alle 15 bis 20 Jahre beobachten, sagte Lemke. "Explosiv gestiegen ist aber das Ausmaß der Schäden." Seit 1986 sei die Bevölkerungszahl an den amerikanischen Küsten um 70 bis 450 Prozent gestiegen.

Charley, Frances, Ivan und bald Jeanne?

"Ivan" hatte die Karibik tagelang heimgesucht, ehe der Sturm in den Golf von Mexiko gekommen war. Hurrikan "Frances" hatte kürzlich versicherte Verluste von bis zu vier Milliarden Dollar verursacht, während Hurrikan "Charley" versicherte Schäden von 6,8 Milliarden Dollar angerichtet hatte. Beide Wirbelstürme hatten weite Teile von Florida verwüstet. Unterdessen wütet der Hurrikan "Jeanne" bereits in der Karibik. (DPA)

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