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Millionen-Deal: Frankreich trennt sich von EADS-Aktien für 700 Millionen Euro

Für rund 700 Millionen Euro verkauft Frankreich sein EADS-Aktienpaket. Der Aktienverkauf ist der vorerst letzte in einer Reihe von Transaktionen, mit denen die Aktionärsbasis bei EADS umgebaut wird.

Der staatliche Einfluss auf den deutsch-französischen Konzern EADS schwindet: Frankreich hat sich am Freitag von einem weiteren EADS-Aktienpaket getrennt und damit 707 Millionen Euro erlöst. Die Regierung in Paris verkaufte 2,1 Prozent des Kapitals an dem Luft- und Raumfahrtkonzern. Händlern zufolge wurden die Aktien zum Stückpreis von 40,20 Euro veräußert, was einem Preisabschlag von 1,35 Prozent zum Schlusskurs der Aktien am Donnerstag entsprach. Am Freitagmittag lagen die Titel des Mutterunternehmens des Flugzeugbauers Airbus im MDax 1,6 Prozent im Minus bei 39,98 Euro.

Der Aktienverkauf ist der vorerst letzte in einer Reihe von Transaktionen, mit denen die Aktionärsbasis bei EADS umgebaut wird. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Konzern Aktien im Volumen von 1,56 Prozent des Kapitals aus den Händen der französischen Regierung übernommen.

Umbau der Aktionärsbasis

Als maßgebliche Anteilseigner hatten Deutschland und Frankreich im Dezember nach dem gescheiterten Fusionsplan von EADS und der britischen Rüstungsschmiede BAE Systems beschlossen, ihren Aktienbesitz künftig auf jeweils zwölf Prozent zu begrenzen. Der spanische Staat hat seine Beteiligung inzwischen auf vier Prozent reduziert. Auch die privaten Großaktionäre Lagardere und Daimler trennten sich von ihren Anteilen. Einen Großteil der Aktien übernahm EADS in den eigenen Bestand, dafür legte das Unternehmen bisher 1,1 Milliarden Euro auf den Tisch. Geplant ist, bis nächstes Jahr insgesamt bis zu 15 Prozent des eigenen Kapitals zu erwerben.

Der Umbau der Aktionärsbasis und der schwindende staatliche Einfluss tut dem Aktienkurs gut: Seit Jahresbeginn haben die Papiere um gut 50 Prozent zugelegt. EADS war im Juli 2000 aus einer Fusion der deutschen Dasa, der französischen Aerospatiale-Matra und der spanischen Casa hervorgegangen. Über die Ausrichtung des Unternehmens und die Standortpolitik gerieten die Regierungen in Paris, Berlin und Madrid oft in Streit. Künftig haben die drei Staaten zwar noch einen maßgeblichen, aber keinen bestimmenden Einfluss mehr auf den Konzern.

ds/Reuters / Reuters
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