HOME

Mobile Freizeit: Urlaub mit "Paul und Paula"

Über eine Million Deutsche nehmen gerne Vertrautes mit auf Reisen: Urlaub im Wohnmobil boomt. Längst begnügt sich die Szene nicht mehr mit Standardmodellen: luxuriös und peppig soll es sein. Doch auch für Einsteiger gibt es Originelles.

All-inclusive am Pool braten, jeden Tag das gleiche Büffet und das Touristencamp höchstens in Richtung der Disco im benachbarten Hotelkomplex verlassen? Es geht auch anders. Immer mehr Menschen schätzen die Flexibilität, Unabhängigkeit und Naturnähe eines Caravan-Urlaubs. "Die Zahl der Menschen, die ihre Urlaubsträume mit Wohnwagen und Wohnmobil verwirklichen, hat in den letzten Jahren ständig zugenommen", sagte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe anlässlich der Eröffnung des 44. "Caravan-Salon" in Düsseldorf. Bei der weltweit größten Messe für mobile Freizeit zeigen dort bis zum 4. September über 530 Aussteller etwa 1550 Caravans und Reisemobile sowie Zubehör, Technik und Camping-Ausstattung. Die Veranstalter rechnen mit mehr als 150.000 Besuchern.

Nach Angaben des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) geht der Trend heute deutlich zu preisgünstigen und peppigen Mobilen wie die Modelle "Paul" und "Paula". Die beiden silbergrauen Wohnwagen präsentieren sich mit einer schlichten Einrichtung. Mit einem Preis von rund 5.500 Euro gelten sie als günstig auf dem Caravan-Markt. Die Wagen mit etwa sechs Quadratmeter Wohnfläche seien vor allem für junge Paare oder Kleinfamilien gedacht, sagt der Entwickler Stefan Bücke.

Doch die Mobile werden nicht nur billiger, sondern auch kompakter. So ist auf der Messe der erste faltbare Caravan zu sehen. Der "Cocoon Off Road" ist auf einem Auto-Anhänger verstaut und wiegt nur 220 Kilogramm. Mit wenigen Handgriffen wird das naturbelassene Zelt des Caravans entfaltet. Die Küche mit dreiflammigem Herd und kleinem Kühlschrank ist auf der Anhänger-Deichsel verstaut. Ähnlich kompakt ist auch die transportable Duschkabine mit einem Gewicht von zweieinhalb Kilogramm.

Weiß ist nicht mehr die Trendfarbe

Mehr Luxus bietet dagegen der "C Liner" - der am Freitag den Fachbesuchern als Weltpremiere vorgestellt wurde. Das Fahrzeug ist nach Angaben des Herstellers das "kompakteste vollintegrierte Wohnmobil der Welt". Die Lounge-Drehsitze für Fahrer und Beifahrer lassen sich als Sitzgruppe umfunktionieren. Das Fahrzeug verfügt außerdem über eine Designerküche mit Grafit- und Wildkirsch-Oberfläche sowie einem elektrischen Panorama-Glasschiebedach.

Zwar dominiert noch immer die Farbe Weiß bei vielen Wohnmobilen und Caravans, doch sind auch peppige Farben und silber-metallic Lackierungen auf dem Vormarsch. Der Anteil der weißen Fahrzeuge nehme schon seit mehreren Jahren ab, berichtete der CIVD.

Luxus: Granitboden und Ledersofas

In einer anderen Liga fährt eine Sonderanfertigung für einen Scheich im Mittleren Osten. Das 12 Meter lange Wohnmobil "Desert Challenger" wiegt 26-Tonnen und gleicht einem Monster-Truck: "Diese Fahrgestelle werden normalerweise für Bergefahrzeuge für Leopard-Panzer verwendet", sagt Otto-Friedrich Reitz von der Herstellerfirma. Das größte geländegängige Reisemobil der Welt kostet 1,5 Millionen Euro und ist mit dem Allerfeinsten ausgestattet: mit Granitböden, einer Gastronomie-Küche, edlen Ledersofas und Möbeln mit Wurzelholzfurnier. Für den normalen Caravan-Fan ist das Luxus-Mobil Desert Challenger jedoch höchstens ein Fahrzeug zum Anfassen und Bestaunen.

mit AP, DPA / DPA