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Nach Autoren-Protest Amazon legt sich auch mit Disney an


Keine Einsicht: Nachdem am Wochenende rund 900 Autoren einen an Amazon gerichteten Protestbrief geschrieben hatten, brach das Internetkaufhaus nun einen Streit mit dem Hause Disney vom Zaun.

Der Internet-Riese Amazon hat laut einem US-Medienbericht einen neuen Streit mit einem wichtigen Lieferanten vom Zaun gebrochen: Amazon nehme keine Vorbestellungen mehr für demnächst auf DVD erscheinende Filme aus dem Hause Disney an, berichtet das "Wall Street Journal". Mit dieser bereits mehrfach angewandten Methode kann das Internetkaufhaus den Markterfolg eines Titels durchaus beeinflussen. Amazon hatte schon Vorbestellungen für DVDs von Time Warner blockiert.

Der seit mehr als fünf Monaten andauernde Streit zwischen Amazon und dem US-Ableger des französischen Verlags Hachette ist unterdessen am Wochenende eskaliert. Nachdem rund 900 Schriftsteller Amazon aufgerufen hatten, die Auseinandersetzung mit Hachette zu beenden, rief der Internet-Riese am Samstag die Leser auf, ihre Meinung mitzuteilen. Dazu veröffentlichte Amazon auf der Website readersunited.com die E-Mail-Adresse von Hachette-Chef Michael Pietsch.

Hachette-Chef Pietsch wirft Amazon Profitgier vor

Pietsch wiederum veröffentlichte am Sonntag einen Brief an die Leser, in dem er Amazon vorwirft, "viel mehr Profit und einen größeren Marktanteil" anzustreben - und zwar auf Kosten von Schriftstellern, des stationären Buchhandels und der Verlage.

Amazon fordert einen Preis von 9,99 Dollar (7,50 Euro) für die meisten elektronischen Bücher, auch für die, die bislang noch 12,99 bis 19,99 Dollar kosten. Die Verlage hätten schließlich keine Kosten für Druck, Lagerung und Auslieferung, argumentiert das Unternehmen. Amazon schlägt vor, dass der Autor eines E-Books 35 Prozent bekommt, der Verlag 35 Prozent und das Online-Kaufhaus 30 Prozent des Verkaufspreises. Um Hachette unter Druck zu setzen, nimmt Amazon keine Vorbestellungen für Bücher von Autoren des Verlags an.

Pietsch schrieb in seinem Brief an die Leser, mehr als 80 Prozent aller elektronischen Bücher würden derzeit zum Preis von 9,99 Dollar oder darunter verkauft. Es könne aber keinen Einheitspreis für E-Books geben, und nicht jedes E-Book sei 9,99 Dollar wert. Hachette investiere viel in manche Bücher und Autoren - manchmal jahrelang, bevor ein Gewinn erzielt werde.

mod/AFP AFP

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