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Neu-Delhi: Zehnjährige schuften für US-Modekette

Wie eine britische Zeitung berichtet, sollen in einem indischen Betrieb Kinder Kleidungsstücke mit der Hand für die US-Modefirma Gap genäht haben. Die Kinder seien von ihren Familien an eine Zuliefererfirma verkauft worden.

Opfer von Kinderarbeit bei einem indischen Zuliefererbetrieb für die US-Modefirma Gap sollen wieder zu ihren Eltern zurückgebracht werden. Kinderschutzorganisationen erklärten in Neu-Delhi, die größte Verantwortung liege bei der indischen Regierung, die sich aber nicht zu dem Fall äußern wollte. Die Regierung unternehme nicht genug, um Betriebe auf minderjährige Arbeiter zu kontrollieren, erklärte der Anwalt Bhuwan Ribhu von der Organisation "Rettet die Kindheit".

"Internationale Betriebe beauftragen Subunternehmer und vergessen sie dann", sagte er weiter. "Was Gap angeht, so hat die Firma wenigstens eine aktive Position gegen die Zulieferer eingenommen." Die britische Zeitung "The Observer" hatte berichtet, in einem indischen Betrieb hätten Kinder im Alter von zehn Jahren Kleidungsstücke für Gap mit der Hand genäht. Sie hätten erzählt, sie seien von ihren Familien in den Unionsstaaten Bihar und Westbengalen verkauft und dann nach Neu-Delhi gebracht worden. Dort müssten sie ohne Bezahlung bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten.

Gap will Kleidungsstücke zurückziehen

Ein Gap-Sprecher sagte, man wolle nicht riskieren, Produkte aus Kinderarbeit zu verkaufen und ziehe daher zehntausende Kleidungsstücke aus dem Verkauf zurück. Der Lieferant habe gegen die Vereinbarung verstoßen, keine Kinder zu beschäftigen. Die indische Regierung hat mehrfach versucht, gegen Kinderarbeit vorzugehen. So dürfen Minderjährige seit 1986 nicht mehr in gefährlichen Industrien wie der Herstellung von Glas arbeiten. Seit dem vergangenen Jahr dürfen sie nicht mehr als Haushaltshilfen und in Restaurants beschäftigt werden. Kinderschutzgruppen schätzen jedoch, dass trotzdem rund 13 Millionen Kinder in Indien arbeiten.

AP / AP
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