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Studie zur weltweiten Benachteiligung von Frauen Die Frauen holen auf? Von wegen, der Abstand wird noch größer!

Weltweit partizipieren Frauen weitgehend gleichberechtigt an der Bildung, nur an den schlechten Einkommen ändert sich nichts.
Weltweit partizipieren Frauen weitgehend gleichberechtigt an der Bildung, nur an den schlechten Einkommen ändert sich nichts.
© Johannes Eisele/AFP
Emanzipation? Haben wir schon, hört man immer wieder. Stimmt nicht. Weltweit fallen Frauen zurück und zwar da, wo es um harte Fakten geht: Beim Geld und bei ihrem Anteil an der Politik.

Das World Ecomic Forum hat weltweit zehn Jahre lang den Gender Gap untersucht. Praktisch ist das die Benachteiligung von Frauen, denn wichtige Felder bei denen die Männer schlechter wegkamen, wurden nicht gefunden. Und das Ergebnis: In Sachen Gleichberichtigung ist die Welt nicht vorangekommen - eher ist das Gegenteil der Fall. Etwa beim Thema Geld. Der Unterschied in der Bezahlung von Mann und Frau ist in zehn Jahren gewachsen und nicht kleiner geworden. Die globalisierte Wirtschaft hat in den letzten Jahren zu einer Abnahme von extremer Armut und in vielen Ländern zu deutlichen Lohnsteigerungen geführt - aber davon profitieren Männer mehr als Frauen. 2006 betrug das Durchschnittseinkommen von Frauen noch 54 Prozent von dem der Männer, 2015 waren es nur 52,3 Prozent.

Auf den ersten Blick sieht die Entwicklung nicht so dramatisch aus, wie sie ist, wenn sich dieser Trend fortsetzt. Tatsächlich besteht die Gefahr, dass Frauen massiv in Armut abrutschen, von Aufholjagd kann nicht die Rede sein. Von Fairness auch nicht, salopp gesagt, bedeuten die Zahlen, dass eine Frau auf diesem Planeten nur in etwa die Hälfte des Gehalts eines Mannes verdient.

Studie zur weltweiten Benachteiligung von Frauen: Die Frauen holen auf? Von wegen, der Abstand wird noch größer!
© World Economic Forum

Ob die Politik in der Lage ist, diese Benachteiligung zu beseitigen, muss allerdings bezweifelt werden, denn die politische Macht ist das Feld auf dem die Frauen mit Abstand am schlechtesten dastehen. Nur 19 Prozent der Parlamentarier und 18 Prozent der Minister sind Frauen. Finsterer sieht es nirgends aus. In den Bereichen Gesundheit und Ausbildung attestiert der Report dagegen eine fast ausgeglichene Behandlung der Geschlechter.

 

Und Deutschland? Hat keinen Grund sich auf irgendwelchen Lorbeeren auszuruhen, wenn man die Vergleichsgruppe auf die G20-Staaten beschränkt. In Sachen Ausbildung von Frauen liegen die meisten G20-Staaten vor Deutschland. Und das sind nicht nur die USA sondern auch Länder wie Russland, Brasilien, Argentinien und Italien. Aber es gibt auch Überraschungen: Bei dem Anteil der Frauen an der Erwerbstätigkeit schlagen wir Frankreich und Italien. Das liegt sicherlich an der dortigen Wirtschaftslage, aber Deutschland bessert seine Kennzahlen auch mit Faktoren  wie Hart-IV-Aufstockern und Billig-Lohnsektor  auf.

Studie zur weltweiten Benachteiligung von Frauen: Die Frauen holen auf? Von wegen, der Abstand wird noch größer!
© World Economic Forum

Im Overall-Ranking schlägt sich Deutschland nicht schlecht. Der gleichberechtigtes Staat der Welt ist allerdings Island. Die Spitzengruppe besetzen die Skandinavischen Staaten. Deutschland erreicht Platz 11 und liegt in diesem Ranking noch vor Dänemark (14), Frankreich (15) und Großbritannien (18). Ganz weit hinten liegen Saudi Arabien (134), Iran (141) und der Jemen (145).

 

Der Studie liegen amtliche Zahlen zugrunde und keine eigenen weltweiten Erhebungen etwa zur Qualität der Ausbildung und Gesundheitsvorsorge. Es ist also ein Ranking nach Aktenlage. Nur so kann es wohl ein Land wie Ruanda schaffen, sich mit Platz 6 als ein Ort zu etablieren, in dem es um die Frauenrechte weit besser bestellt sein soll als in der Schweiz oder in Dänemark. Auch dass sich Bolivien (22) und Burundi (23) vor den USA (28) platzieren konnten, weckt Verwunderung.

 Weltweites Ranking

Rank  Economy      Score

1        Iceland         0.881

2        Norway         0.850

3        Finland         0.850

4        Sweden        0.823

5        Ireland          0.807

6        Rwanda        0.794

7        Philippines    0.790

8        Switzerland   0.785

9        Slovenia       0.784

10      New Zealand 0.782

11      Germany      0.779

12      Nicaragua     0.776

13      Netherlands  0.776

14      Denmark      0.767

15      France         0.761

16      Namibia        0.760

17      South Africa  0.759

18      United Kingdom      0.758

19      Belgium        0.753

20      Latvia 0.752

21      Estonia         0.749

22      Bolivia 0.749

23      Burundi        0.748

24      Barbados      0.744

25      Spain  0.742

26      Moldova       0.742

27      Mozambique 0.741

28      United States          0.740

29      Cuba  0.740

30      Canada        0.740

31      Lithuania      0.740

32      Luxembourg 0.738

33      Ecuador       0.738

34      Belarus         0.734

35      Argentina      0.734

36      Australia       0.733

37      Austria         0.733

38      Costa Rica    0.732

39      Portugal       0.731

40      Bahamas      0.728

41      Italy    0.726

42      Colombia      0.725

43      Bulgaria        0.722

44      Panama       0.722

45      Serbia 0.720

46      Trinidad and Tobago         0.720

47      Kazakhstan  0.719

48      Kenya 0.719

49      Tanzania      0.718

50      Cape Verde  0.717

51      Poland          0.715

52      Lao PDR      0.713

53      Israel  0.712

54      Singapore     0.711

55      Botswana     0.710

56      Mongolia      0.709

57      Zimbabwe     0.709

58      Uganda        0.708

59      Croatia         0.708

60      Thailand       0.706

61      Lesotho        0.706

62      El Salvador   0.706

63      Ghana          0.704

64      Bangladesh  0.704

65      Jamaica       0.703

66      Guyana        0.702

67      Ukraine        0.702

68      Malawi          0.701

69      Macedonia, FYR     0.701

70      Albania         0.701

71      Mexico         0.699

72      Senegal        0.698

73      Chile   0.698

75      Russian Federation 0.694

76      Kyrgyz Republic      0.693

77      Romania       0.693

78      Venezuela    0.691

79      Montenegro  0.689

80      Honduras     0.688

81      Czech Republic       0.687

82      Georgia        0.687

83      Vietnam        0.687

84      Sri Lanka      0.686

85      Brazil  0.686

86      Dominican Republic 0.686

87      Greece         0.685

88      Brunei Darussalam 0.684

89      Peru   0.683

90      Cameroon*   0.682

91      China 0.682

92      Indonesia     0.681

93      Uruguay       0.679

94      Suriname      0.678

95      Tajikistan      0.675

96      Azerbaijan    0.675

97      Slovak Republic      0.675

98      Gambia, The*         0.674

99      Hungary       0.672

100    Cyprus         0.671

101    Japan 0.670

102    Swaziland     0.670

103    Belize 0.668

104    Malta  0.668

105    Armenia       0.668

106    Guatemala   0.667

107    Paraguay      0.666

108    India   0.664

109    Cambodia     0.662

110    Nepal 0.658

111    Malaysia       0.655

112    Liberia          0.652

113    Maldives       0.652

114    Burkina Faso          0.651

115    Korea, Rep.  0.651

116    Zambia         0.650

117    Kuwait          0.646

118    Bhutan         0.646

119    United Arab Emirates        0.646

120    Mauritius      0.646

121    Fiji      0.645

122    Qatar 0.645

123    Bahrain        0.644

124    Ethiopia        0.640

125    Nigeria         0.638

126    Angola          0.637

127    Tunisia         0.634

128    Algeria          0.632

129    Benin*          0.625

130    Turkey          0.624

131    Guinea         0.618

132    Mauritania    0.613

133    Côte d’Ivoire 0.606

134    Saudi Arabia 0.605

135    Oman 0.604

136    Egypt 0.599

137    Mali    0.599

138    Lebanon       0.598

139    Morocco       0.593

140    Jordan          0.593

141    Iran, Islamic Rep.   0.580

142    Chad  0.580

143    Syria  0.568

144    Pakistan       0.559

145    Yemen         0.484


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