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Ölpest im Golf von Mexiko: Fischer gehen wieder auf Shrimps-Fang

Seit Monaten hatten sie ihre Netze nicht mehr ausgeworfen. Wegen der Ölpest im Golf von Mexiko waren ihre Fanggründe geschlossen. Jetzt haben die Shrimps-Fischer in Louisiana ihre Arbeit wieder aufgenommen - mit gemischten Gefühlen.

Rund vier Monate nach Beginn der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko haben die Shrimps-Fischer im US-Staat Louisiana erstmals wieder ihre Fangnetze auswerfen dürfen. Die traditionsreiche Shrimps-Industrie sah der Öffnung einiger Meeresbereiche und dem Neustart der Fangsaison jedoch mit gemischten Gefühlen entgegen. So weiß keiner genau, welche Umweltgefahren noch im Meer lauern. Am meisten Anlass zur Sorge bereitet wohl aber, dass einige Fischer versuchen könnten, ölverseuchte Ware zu verkaufen. "Wenn man ölige Shrimps sieht, muss man sie einfach wieder ins Wasser werfen", sagte Dewayne Baham, Fischer aus der Kleinstadt Buras-Triumph. "Mehr kann man nicht tun."

Nach der Explosion der Bohrplattform "Deepwater Horizon" vom 20. April, die schließlich zum Austritt von 780 Millionen Liter Öl führte, waren die Shrimps-Preise zunächst in die Höhe geschnellt. Auslöser für den rapiden Preisanstieg waren Befürchtungen, wonach die Meeresfrüchte nach Schließung der Gewässer nicht mehr zu haben sein könnten. Vor einem Monat sei die Nachfrage aber trotz aller Bemühungen staatlicher Behörden, bei den Endverbrauchern Vertrauen in die Lebensmittelsicherheit zu wecken, stark gesunken, erklärte Harlon Pearce, Fischhändler und Vorsitzender einer Fischervereinigung. Nun befänden sich die Shrimps-Preise auf einem Tiefstand.

Weder Ölspuren noch Ölgeruch

Für die Fischindustrie in Louisiana, die mit einem Jahresumsatz von rund 318 Millionen Dollar (248 Millionen Euro) als landesweit größter Hersteller von Shrimps, Blaukrabben und Austern gilt, ist die Ölpest zu einer schweren Belastung geworden. Um die Bedenken potenzieller Kunden zu zerstreuen, brach Pearce mit weiteren Fischern in der vergangenen Woche zu einem Probefang in die Bucht Barataria Bay und zu der Insel Grand Isle auf. Shrimps, Quallen, Schlamm und Treibhölzer, die ihnen ins Netz gingen, wiesen weder Ölspuren noch Ölgeruch auf.

Es gilt aber nicht nur, das Vertrauen der Konsumenten zu gewinnen. Obwohl nach der Zementabdichtung des beschädigten Bohrlochs nun immer mehr Meeresbereiche freigegeben werden, zögern auch viele Fischer damit, den Fang sofort wieder aufzunehmen. "Niemand will übereilt handeln", sagt Shrimps-Fischer Patrick Hue. "Sonst wird jemand womöglich von den Meeresfrüchten krank und keiner will mehr kaufen."

Cain Burdeau, Kevin McGill, APN / APN
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