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ONLINE: Tausch von Musikdateien wird uninteressant

Nach einer amerikanischen Studie hat - im Gegensatz zu den USA - das Interesse in Europa seit Februar deutlich nachgelassen.

Das Interesse europäischer Internet-Nutzer am Tausch von Musikdateien hat einer Studie zufolge seit Februar deutlich nachgelassen. Im August hatten 4,6 Millionen Nutzer Online-Tauschbörsen besucht, teilte das Marktforschungsinstitut Jupiter Media Metrix am Montag in London mit. Im Februar waren es noch 8,1 Millionen Nutzer, die vor allem die inzwischen abgeschaltete Website von Napster angeklickt hatten. Napster musste nach Klagen der Musikindustrie vom Frühjahr an urheberrechtlich geschützte Musiktitel aus seinem Angebot herausfiltern und ging im Juli aus technischen Gründen ganz vom Netz.

Die Nachfolge-Angebote von Napster sind in Europa nicht so populär wie das Original, sagte Jupiter-Analyst Mark Mulligan zur Begründung. In den USA sind die Napster-Nachfolger dagegen besser angekommen, und die Nutzung solcher Angebote hat von März bis August sogar noch um 500 Prozent zugelegt. Vor allem Studenten an US-Universitäten gelten als eifrige Nutzer der Börsen, über die bei schnellen Internet-Verbindungen in wenigen Stunden auch aktuelle Kinofilme in wenigen Stunden heruntergeladen werden können.

Der Medienkonzern Bertelsmann will Napster noch in diesem Jahr als kostenpflichtigen Abo-Service für Musik neu starten und hatte dem kalifornischen Start-Up-Unternehmen in der vergangenen Woche einen neuen Kredit gewährt. Napster drohen Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe. Bertelsmann sieht im Dateientausch Chancen für den Vertrieb sämtlicher digitalisierter Medienprodukte des Konzerns.

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