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Opel-Krise: Deutsch-amerikanisches Teamwork geplant

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg setzt bei der Lösung der Opel-Krise auf eine intensive Zusammenarbeit mit den USA. Mit US-Finanzminister Timothy Geithner vereinbarte er jetzt die Einrichtung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe.

Auch seinen ersten Besuch in den USA im März werde er zu Gesprächen darüber nutzen. "Ich kann die Sorgen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehr gut verstehen", sagte Guttenberg der "Bild am Sonntag" zur Situation der Opel-Mitarbeiter. Als Bedingung für eine Rettung des Autobauers nannte der Minister die Vorlage eines tragfähigen Sanierungskonzepts: "Es ist dringend geboten, dass General Motors (GM, Europe) und Opel schnell ein substanzielles Konzept vorlegen, wie sie auf einer wirtschaftlich gesunden Grundlage Arbeitsplätze sichern wollen."

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hob im selben Blatt die Bedeutung von Opel für das Überleben des Gesamtkonzerns General Motors hervor. "GM kann ohne Opel nicht überleben, denn in Deutschland konstruiert Opel die modernsten GM-Autos", sagte der CDU-Politiker. Rüttgers gab sich optimistisch, dass Opel gerettet werden kann. "Opel Europa muss jetzt schnell handeln. Aber wenn wir alle zusammenstehen, dann kann eine Lösung gefunden werden", fügte Rüttgers hinzu. Auch er verlangte, dass Opel einen Zukunftsplan erarbeiten müsse, wie das Unternehmen mittel- und langfristig wettbewerbsfähig bleibe. "Der Plan kann in Europa erarbeitet werden", sagte Rüttgers. Dabei gebe es keine Vorgaben. "Auch neue Investoren, eine neue Rechtsform, eine Eigenständigkeit der Opel-Firma in ganz Europa, sogar die vollständige Herauslösung aus dem Konzern ist denkbar."

Müntefering beurteilt Staatshilfe zurückhaltend

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering äußerte sich in der ARD zurückhaltend zu staatlichen Finanzhilfen. Hilfe sei bei denen angemessen, die wegen der gegenwärtigen Finanzkrise in Schwierigkeiten gerieten, sagte er. Wenn die Schwierigkeiten dagegen aus der Struktur der Unternehmen rührten und sowieso entstanden wären, sei es nicht Aufgabe es Staates, die Strukturveränderungen zu bezahlen.

DPA/AP / AP / DPA