Der große Hotelbetreiber Revo musste für rund 140 seiner Gesellschaften Insolvenz in Eigenverantwortung anmelden. Ein wesentlicher Grund sei die starke Expansion der vergangenen Jahre gewesen. Diese war mit erheblichen Kosten verbunden, die Übernachtungszahlen sind jedoch nicht wie erwartet gestiegen. Die neuen Geschäftsführer machen sich nun auf die Suche nach internationalen Investoren.
Der Fall fügt sich ein in eine Reihe prominenter Pleiten der vergangenen Monate und Jahre.
So haben etwa die Modekette Esprit, der Kosmetikhändler The Body Shop oder die Kultmarke Tupperware Insolvenz angemeldet. Schon 2023 war die Zahl der Firmenpleiten klar gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Gründe sind einerseits akute wirtschaftliche Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Inflation, Energiepreisen und hohen Kosten. Oft gibt es aber auch strukturelle Gründe, die Produktion wird ins Ausland verlagert oder Handelsumsätze gehen an starke Online-Player verloren.
Während Corona wurde so manche Insolvenz nur aufgeschoben
In Deutschland kam in den vergangenen Jahren hinzu, dass staatliche Unterstützungsmaßnahmen der Corona-Zeit ausgelaufen sind, die manche Betriebe künstlich über Wasser hielten, die eigentlich nicht mehr wirtschaftlich waren. Auch die Insolvenzantragspflicht war in der Corona-Krise teils ausgesetzt.
Stark betroffen sind etwa die Modehändler, die neben akuten Krisen auch noch mit dem allgemeinen Trend zum Online-Shopping kämpfen. Selbst Big Player dünnen ihr Filialnetz aus, andere müssen sich in der Insolvenz neu aufstellen oder ganz aufgeben. Welche bekannten Firmen in letzter Zeit in Schutzschirmverfahren flüchten oder Insolvenz anmelden mussten, zeigt unsere Fotostrecke.