Pfingstmontag Unternehmer fordern Abschaffung


Deutsche Wirtschafts- und Unternehmerverbände haben die Abschaffung des Pfingstmontags als arbeitsfreien Feiertag in Deutschland gefordert.

"Wir haben in Deutschland zu viele Feiertage und zu viel Urlaub", sagte der Präsident des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels, Anton Börner, der "Bild am Sonntag". "Nicht jeder Feiertag muss zwangsläufig arbeitsfrei sein. An Pfingstmontag beispielsweise sollte gearbeitet werden."

Ähnlich äußerten sich der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Selbstständiger Unternehmer, Patrick Adenauer, und die Vorsitzende des Unternehmerverbandes mittelständische Wirtschaft, Ursula Frerichs, in dem Blatt.

Vorbild könnte nach Einschätzung von Börner das katholische Italien sein, wo an manchen Feiertagen gearbeitet werde. "Noch stärker als der wirtschaftliche Nutzen wäre aber der symbolische Wert, nämlich, dass die Gesellschaft verstanden hat: Wir müssen uns im härter werdenden Wettbewerb mehr anstrengen und wieder mehr arbeiten", sagte Börner.

Adenauer sagte: "Es gibt viele Wege für Wirtschaftswachstum, das Abschaffen von Feiertagen - wie zum Beispiel dem Pfingstmontag - ist einer davon. Zumal wir mehr kirchliche Feiertage als andere Länder haben."

Frerichs sagte: "Der Pfingstmontag ist für die meisten Menschen lediglich ein weiterer Urlaubstag. Um zukunftsfähig zu werden, sollte dieser Tag als gesetzlicher Feiertag entfallen."

55 Prozent der Franzosen wollen Pfingstmontag frei nehmen

Eine Mehrheit der Franzosen ist nach einer Umfrage gegen den gesetzlich verordneten Arbeitstag am Pfingstmontag und will nicht am Arbeitsplatz erscheinen. 55 Prozent der Befragten wollten nicht arbeiten, hieß es in einer Umfrage des Instituts Ifop vom Sonntag. 44 Prozent seien zur Arbeit bereit, während 28 Prozent der Befragten einen Urlaubstag nehmen wollten.

Der Plan der Regierung, zur Finanzierung der Seniorenhilfe am Pfingstmontag zu arbeiten, ist auf entschiedenen Widerstand von Gewerkschaften, Lehrern und öffentlichen Angestellten gestoßen. In mehr als 80 Städten soll am Montag der öffentliche Nahverkehr bestreikt werden. Auch in anderen Bereichen sind punktuelle Streiks und Kundgebungen geplant. Der Betrieb an Schulen, in öffentlichen Verwaltungen und in Privatbetrieben ist unklar. Viele Eltern geben ihren Kindern schulfrei, während an anderen Schulen Prüfungen stattfinden.

Die Regierung will jedoch an diesem Projekt festhalten, durch das etwa zwei Milliarden Euro eingenommen werden sollen. Nach einer Umfrage der Tageszeitung "Le Parisien" (Sonntagsausgabe) sind 68 Prozent der Befragten dafür, diesen Solidaritätstag wieder abzuschaffen und andere Mittel und Wege für die Pflege alter Menschen zu finden.

DPA/AP AP DPA

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