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Krimi am Pfingstmontag Dieser "Tatort" war ein Sinnbild für den Absturz des SV Werder Bremen

"Tatort" aus Bremen
Rudi Stiehler (André Szymanski) spielte einst für Werder Bremen - und trauert vergangenen Zeiten hinterher. 
© Radio Bremen/Sandra Hoever / ARD
Bitteres Wochenende für Fans des SV Werder: Erst mussten sie den Abstieg ihres Herzensclubs hinnehmen, dann steckte der neue "Tatort" aus Bremen voller Symbolik, was den Niedergang des Vereins angeht.

Es schien der perfekte Termin zu sein für das Debüt des neuen Bremer "Tatort"-Teams. Pfingstmontag, zum Abschluss eines langen Wochenendes, wollte man die Ermittler Mads Andersen (Dar Salim) und Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) vor einem Millionenpublikum einführen. 

Was die ARD-Verantwortlichen bei der Ansetzung nicht bedacht haben, was bis vor wenigen Wochen aber auch tatsächlich niemand voraussehen konnte: Zwei Tage zuvor wurde der letzte Spieltag der Fußball-Bundesliga ausgetragen - und Werder Bremen stieg überraschend ab. 

Was grundsätzlich nicht dagegen spricht, zwei Tage später einen "Tatort" aus dieser Stadt auszustrahlen - doch die Folge "Neugeboren" ist voller Symbolik, die auf den Niedergang des SV Werder anspielt.

Erst der Abstieg - dann dieser "Tatort"

Der Fall beginnt damit, dass ein Mann im Trainingsanzug des Vereins gründlich vermöbelt wird, bis er am Boden liegen bliebt. Ein Bild, das die Lage des vierfachen Deutschen Meisters gut beschreibt - der eigentlich schon gerettet schien und dann am letzten Spieltag in den Abgrund stürzte.

Bei dem Mann handelt es sich um Rudi Stiehler (André Szymanski), der einst selbst die Fußballschuhe für die Grün-Weißen schnürte, ehe ein Kreuzbandriss seiner Karriere ein jähes Ende bereitete.

Strafverteidigerin Alexandra Braun (r.) bewertet den Bremer "Tatort" (l.) aus juristischer Sicht

Nun sitzt er in einer tristen Hochhaussiedlung, zwischen Pokalen und alten Fotos, wo er alten Zeiten hinterhertrauert - auch das ein starkes Bild, das sich 1:1 auf die Lage des SV Werder übertragen lässt, der sich viel zu lange im Glanz alter Erfolge sonnte und zu spät auf die Anforderungen der Gegenwart reagierte. 

Thomas Schaaf saß beim Abstieg auf der Trainerbank

Eines der Fotos zeigt Stiehler zusammen mit Thomas Schaaf - dem einstigen Erfolgscoach des Vereins, der am Samstag auf der Trainerbank saß, den Abstieg seiner Mannschaft aber nicht mehr verhindern konnte.

Als sei all das nicht schon Symbolik genug, weist Schauspieler André Szymanski eine gewisse Ähnlichkeit mit Frank Baumann auf, wie einige Twitter-User bemerkten. Dem Sportdirektor der Bremer, dem nicht wenige Fans eine Mitschuld am sportlichen Absturz des Vereins geben:

Kurzum: Nach einem katastrophalen Sportwochenende mussten Fans des SV Werder Bremen am Montagabend starke Nerven bewahren. Doch eine Sache könnte ihnen Mut machen: Die neuen Ermittler, das wurde am Ende deutlich, werden wiederkommen. Gleiches darf man auch von dem Fußballverein erwarten. Denn die Freie Hansestadt Bremen braucht nicht nur ein erstklassiges "Tatort"-Team.


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