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Pin-Group: Ein Viertel der Pin-Mitarbeiter arbeitslos

Zwischenbilanz beim angeschlagenen Postkonkurrenten Pin: Rund ein Viertel der Mitarbeiter haben ihren Job verloren. Für 8000 Beschäftigte wird noch nach einer Investorenlösung gesucht. Gelingt das nicht, sind auch sie akut gefährdet.

Beim angeschlagenen Postkonkurrenten Pin Group S.A. haben zum 1. März dieses Jahres 2770 Beschäftigte ihre Arbeit verloren. Diese Mitarbeiter seien wegen Auslaufen des Insolvenzgeldes freigestellt worden, teilte Pin-Group-Verwaltungsrat Horst Piepenburg bei einer Pressekonferenz in Köln mit. Damit sind rund ein Viertel der 11.400 Mitarbeiter nun arbeitslos. Für 500 Beschäftigte wurden laut Piepenburg in lokalen Lösungen die Arbeitsplätze gerettet. Für etwa 8000 Mitarbeiter werde eine Investorenlösung gesucht. Ziel bleibe der Erhalt der Gruppe.

Weiter berichtete der Pin-Group-Chef von 38 Unternehmen, die sich für Übernahmen interessierten, seien jetzt drei Firmen mit der Prüfung von Unternehmensdaten beschäftigt, die auf eine Übernahme der Gesamtaktivitäten zielten. 2008 rechne die Gruppe mit einem Umsatz von 350 Millionen Euro, wenn sie erhalten bliebe. 2007 seien es 275 Millionen gewesen.

Der Hauptaktionär Axel Springer Verlag hat indes die Insolvenz der Pin-Group im abgelaufenen Jahr tief in die Verlustzone gezogen. Aufgrund von Abschreibungen auf den Post-Konkurrenten, die sich nach früheren Angaben des Unternehmens auf bis zu 620 Millionen Euro summieren sollten, stand im vergangenen Jahr ein Minus von 288 Millionen Euro zu Buche, wie Springer mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte der Verleger von "Bild" und "Welt" noch 291 Millionen Euro verdient. Springer hatte die Finanzierung von Pin eingestellt, nachdem der Bundestag einen Mindestlohn für die Zustellbranche beschlossen hatte. Ein halbes Jahr zuvor hatte Springer noch massiv in Pin investiert.

Trotz der roten Zahlen steigt die Dividende

Trotz der roten Zahlen sollen die Aktionäre eine auf vier (2006: 3,50) Euro je Aktie erhöhte Dividende erhalten. Damit will der Verlagskonzern nach eigenen Angaben überschüssige Liquidität ausschütten. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) verbesserte Springer 2007 um 12,5 Prozent auf 422 Millionen Euro.

Springer hat die tatsächliche Höhe der Abschreibungen auf Pin noch nicht beziffert. Der Verlust von 572 Millionen Euro aus nicht fortgeführten Aktivitäten enthält noch andere Faktoren.

Lio/ AP/ Reuters / AP / Reuters
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