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Spendenaufruf: Prediger bittet um 60 Millionen Dollar für Privatjet

US-Prediger Creflo Dollar braucht ein neues Flugzeug. Das Beste ist gerade gut genug für den Mann Gottes: Die Gläubigen sollen 60 Millionen Dollar für eine luxuriöse Gulfstream G650 zusammenkratzen.

Dr. Creflo A. Dollar bei einer Signierstunde.

Dr. Creflo A. Dollar bei einer Signierstunde.

Auch Amerika hat seinen Tebarz: Prediger Creflo Dollar baut zwar keinen Luxus-Dienstsitz, sein hochdramatischer Spendenaufruf zielt auf einen Gulfstream Jet. 60 Millionen Dollar sollen die Gläubigen zusammenbringen, damit Creflo Dollar auch in Zukunft das Wort Gottes weltweit verkünden kann, ohne mit den Niederungen der First Class in Berührung zu kommen. Im Geist also ein würdiger Bruder des ehemaligen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Für seine Kirche, die World Changers Church International aus Atlanta, ist das Beste gerade gut genug. Das wäre eine Gulfstream G650. In einem sechsminütigen Video erklärte er sein Ziel, 200.000 Paten-Engel zu gewinnen, die jeweils mindestens 300 Dollar für den Jet spenden sollen. Nach einem Bericht der Christianpost, die das Thema entdeckte, verschwand der Clip allerdings.

Fairerweise muss man sagen, dass Creflo Dollar auch sonst nicht die Armut im Sinne Christi predigt. Bei ihm ist der Name "Dollar" das Programm der Religion. Gemeinsam mit seiner Gattin Taffi Dollar verkündet er den Gläubigen eine wahrhaft frohe Botschaft: Christus wolle uns erlösen und zwar von der Armut. Wer nur fleißig die TV-Gottesdienste des Dollar-Paares anschaue und der Kirchen den biblischen Zehnten - also zehn Prozent des Einkommens - überweise, werde unweigerlich wohlhabend.

An Bord herrscht eine behaglich Atmosphäre

An Bord herrscht eine behaglich Atmosphäre

Der umtriebige Mann benötigt einen neuen Jet, weil ein Triebwerk seines alten Flugzeugs ausgefallen war. In dem Malheur sah der Prediger einen Fingerzeig Gottes. Vor der Kamera sagte er, "es sei nun an der Zeit, Gott um einen neuen Jet zu bitten. Um damit einer verlorenen und sterbenden Welt das Wort des Herren zu verkünden."

Vertreter der Kirche betätigten inzwischen, dass der Spendenaufruf ernst gemeint sei, stellten aber auch klar, dass der Jet der Kirche und nicht dem Prediger gehören werde.

Kopie des offiziellen Spenden-Aufrufs

Gernot Kramper