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Preistreiberei: Kartellamt untersucht Strommarkt

Haben die Energie-Unternehmen die Preise an der Leipziger Strombörse künstlich nach oben getrieben? Das Bundeskartellamt will dem Vorwurf nachgehen. Und Bundeswirtschaftsminister Glos droht mit verschärften Preiskontrollen.

"Wir werden die Daten auswerten und die EU-Kommission bei ihren Ermittlungen unterstützen", sagte Kartellamtschef Ulf Böge der "Financial Times Deutschland" (FTD). Dem Verdacht der Preistreiberei an der Leipziger Strombörse EEX "muss nachgegangen werden". Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) drohte den Stromkonzernen in der "Bild" mit verstärkten Preiskontrollen.

"Den Stromkonzernen muss besser auf die Finger geschaut werden können. Deshalb habe ich bereits eine Novelle des Kartellrechts auf den Weg gebracht", sagte Glos dem Blatt. Jedoch werde sein Vorhaben von Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bisher noch blockiert.

E.ON will Gutachter einschalten

Im Gespräch mit der FTD nahm Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) die Leipziger Strombörse in Schutz. "Weder der Börsenaufsicht noch offenbar der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht liegen Beschwerden von Handelsteilnehmern oder Dritten darüber vor, dass an der EEX Marktpreismanipulationen stattfinden." Etwaige Vorwürfe der Preistreiberei könnten sich ohnehin nur gegen Marktteilnehmer richten. Die Börse sei nur der "Marktplatz" für Strom und könne daher nicht der Verursacher einer Preistreiberei sein, so Jurk. Unterdessen kündigte der Stromversorger E.ON an, die Manipulationsvorwürfe durch externe Gutachter entkräften zu lassen.

Die EU-Kommission in Brüssel hatte bereits vergangnen Dezember Durchsuchungen bei den großen deutschen Energiekonzernen E.ON, RWE und EnBW veranlasst. Auslöser der damaligen Aktion war der erneute Verdacht, dass die Konzerne ihre dominierende Stellung missbrauchen. In Medienberichten war seit Anfang der Woche die Rede davon, die Konzerne würden auch an der Strombörse die Preise künstlich oben halten.

DPA / DPA