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Preisverfall: Der Milchkrieg

Jeder Liter Milch kostet beim Discounter gerade mal 48 Cent. Nicht einmal die Hälfte davon bekommt der Bauer. Wie konnte ein so wertvolles Lebensmittel zur Ramschware verkommen?

Von Roman Heflik

Dienstagmorgen im Edeka-Center Delmenhorst, direkt neben der A 28. Gemächlich schiebt Iris Schröder ihren Einkaufswagen an den Schränken für Tiefkühlkost vorbei, biegt links ab und steht plötzlich im Paradies der kleinen Preise: der Abteilung für Milchprodukte. An den Regalleisten sprechen knallrote Etiketten die 30-jährige Mutter an: "Nirgends billiger! Versprochen!"

Links im Kühlregal lockt die frische Vollmilch schon für 48 Cent die Tüte, die fettarme H-Milch auf den vier Europaletten gegenüber wird sogar für nur 42 Cent die Packung feilgeboten.

Milchprodukte so billig wie seit Jahrzehnten nicht mehr

Auch Schlagsahne, Trinkkakao und Schmelzkäse sind auf Spottpreis-Niveau heruntergesetzt. Die beiden Töchter von Iris Schröder, die fünfjährige Zoe und die zwei Jahre jüngere Keana, laufen los, um ihrer Mama den Wagen vollzupacken.

Quer durch die Republik bietet sich derzeit Kunden deutscher Supermärkte das gleiche Bild: Milch, Buttermilch, Joghurt, Quark oder Sahne sind so billig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Deutsche Markenbutter, mild gesäuert, kostet gerade mal 65 Cent - und damit genauso viel wie im Gründungsjahr der Bundesrepublik, 1949.

Milch, so hat die Werbung Generationen von Verbrauchern gelehrt, ist gut für gesunde Zähne und starken Knochenbau, frei von Aromazusätzen, Farbstoffen und Konservierungsmitteln. Milch ist gesund, Milch ist wertvoll.

Ramschware Milch

Bloß einen Wert hat sie auf dem Markt offenbar nicht mehr. Der Besuch einer öffentlichen Toilette kostet mehr als ein Liter Milch. Der weiße Trank ist zu Ramschware verkommen.

Was Verbraucher wie Iris Schröder freut, bedeutet für andere eine Katastrophe: Nach einer Umfrage des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter fürchten 80 Prozent der 100.000 Milchbauern um ihren Betrieb. Das sind mehr Menschen, als in den besten Zeiten beim mit Staatshilfe geretteten Autobauer Opel gearbeitet haben. Mehr als die Hälfte aller Milchbauern rechnet damit, innerhalb der nächsten zwölf Monate ihre Ställe dichtmachen zu müssen. Denn von dem halben Euro, den die Milch im Regal kostet, landen beim Bauern nur rund 20 Cent. Mit Demonstrationen, Traktorenumzügen und einem Hungerstreik vorm Kanzleramt haben die Landwirte versucht, auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Politiker, Molkereibetreiber, Lebensmittelhändler - sie alle bestätigten dem stern: "Von diesen Preisen kann kein Bauer leben."

Wie konnte es so weit kommen? Wer ist schuld an einem der größten Dumping-Fälle der deutschen Lebensmittelgeschichte? Unfähige Molkereien, übermächtige Handelskonzerne, die planlose Regierung, vielleicht die größenwahnsinnige EU-Kommission oder doch eher profitgierige Großbauern?

15.000 Liter pro Jahr

Die erste Verdächtige wird morgens um viertel nach sechs vorgeführt. Unsicherer Gang, weit aufgerissene Augen, das Corpus Delicti gleich anbei: ein prallvoller Euter. Kuh Nummer 628 ist auf dem Weg zum morgendlichen Melken. Das schwarz-weiße Holstein-Rind tapert durch ein Gatter im Stall zum Melkkarussell. Sobald es in der schmalen Box steht, schließt sich der Bügel, und die Anlage rotiert ein Abteil weiter. Eine Melkerin setzt vier Melkbecher an. Fast 15.000 Liter liefert das hoch gezüchtete Tier jedes Jahr ab. Die Durchschnittskuh schafft knapp 7000 Liter, noch vor zehn Jahren waren es etwa 5500.

5500 Liter pro Kuh - das würde heute den Ruin bedeuten, sagt Landwirt Andreas Hansen kopfschüttelnd. "Heute geht es im Stall einzig und allein um Effizienz. Je mehr Milch eine einzelne Kuh produziert, desto besser kann ich meine Anlagen und mein Personal auslasten." Hansen ist Vorstand der Agrargenossenschaft Eutzsch bei Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Zu dem ehemalig volkseigenen Gut gehören 650 Kühe und 700 Jungrinder. Obwohl der Betrieb zu den produktivsten in der Region gehört, ziehen sich seit einigen Wochen tiefe Falten über Hansens Stirn. "Das neue Betriebsjahr wird eine Katastrophe", prophezeit er. "Wir machen wegen des Milchpreises momentan jeden Monat 60.000 Euro Miese. Das halten wir noch bis zum Ende des Jahres aus, dann ist Sense."

Mit 21 Cent plus zwei Cent für die gute Qualität und für die Zwischenlagerung bekommt die Genossenschaft für die Rohmilch etwa ein Drittel weniger als im Vorjahr. Um die 40 Cent müssten es aber sein, damit der Betrieb überleben kann, rechnet Hansen vor. Mit dem riesigen Viehbestand produziert er sich gewissermaßen zu Tode, "aber ich kann ja bei meinen Kühen kein Ventil am Euter zudrehen".

Drastisches Kostensenken

Hansen ist ratlos. Auf Biomilch umstellen? "Das dauert viel zu lange, oft mehrere Jahre." Mit regionaler Herstellung werben? "Die Mengen, die wir produzieren, kriegen wir hier im Umland nicht abgesetzt." Kanzlerin Merkel hat den Landwirten vor Kurzem zugesagt, die Steuer auf Agrardiesel zu senken. Doch bei 400.000 Euro weniger Einnahmen sei das bloß ein Trostpflästerchen für den Betrieb, schnaubt der Landwirt. Nein, wenn der Preis nicht wieder raufgeht, müssen die Kosten runter, und zwar drastisch.

Hansens Blick schweift über die Reihen verwitterter Betonställe. Alle Investitionen hat er schon seit Langem gestoppt, die meisten seiner 29 Mitarbeiter nehmen gerade 1000 Euro mit nach Hause. Ihm bleibt keine Wahl: "Wenn es so weitergeht, müssen wir bis Jahresende alle unsere Kühe verkaufen. Dann muss ich mindestens 20 von diesen Angestellten entlassen."

Eine der Beschäftigten ist Heidi Buchmann. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet sie hier. Buchmann hat sich zusammengerissen, als nach der Wende die große Entlassungswelle über den Hof rauschte und ihr Mann seinen Job verlor, sie ist geblieben, als beim großen Hochwasser vor sieben Jahren der Elbdeich brach und das Wasser den Hof einschloss. "Aber solche Sorgen wie jetzt habe ich mir noch nie gemacht."

Die Milch muss schnell vom Hof

Wenn Großbetriebe wie die Agrargenossenschaft ihre Produktion reduzieren, müsste den Gesetzen des Marktes zufolge das knappere Angebot die Preise eigentlich schnell wieder steigen lassen. Doch mit Marktwirtschaft und Milch sei das so eine Sache, meint Hansen. "Die Bauern müssen ja ihre Ware schnell vom Hof kriegen - um jeden Preis, deswegen belauern sie sich gegenseitig." Liefere einer weniger, springe ein Konkurrent in die Lücke. Und der Milchpreis bleibt unten.

Doch nach Meinung der Bauern gibt es auch Leute, die von diesem selbstzerstörerischen Wettbewerb profitieren. Die Spuren, die zu diesen Verdächtigen führen, sind etwa 4 mal 40 Zentimeter breit und gehören zum Tanklaster der Molkerei Milchhof Magdeburg. Abends hat der Fahrer 11 000 Liter aus Hansens Stahltanks in seinen Sammelwagen gepumpt und ins 90 Kilometer entfernte Madgeburg gekarrt. Dort verwandelt Molkereileiter Helge Prott die leicht verderbliche Rohmilch von Hansen und rund 100 anderen Landwirten für den Bremer Nordmilch-Konzern in haltund handelbare H-Milch.

Ist Prott also derjenige, der die Bauern gegeneinander ausspielt? Der Milchhof-Chef wehrt ab: "Ich weiß, dass die Bauern mit diesen Milchpreisen nicht auskommen. Aber meine Aufgabe ist die Verarbeitung. Den Verkauf regelt unser Vertrieb." Laut seinen Lieferverträgen müsse er den Bauern jeden Tropfen abnehmen, sagt Prott achselzuckend. Dennoch kann er sich zumindest als Werksleiter über die großen Mengen des günstigen Rohstoffs nur freuen. Denn dann sind die Maschinen ausgelastet. Wer im Business mithalten wolle, sagt Prott, müsse eben die Kostenführerschaft besitzen - also der billigste sein.

Marktbereinigung

Die Abpackanlage in Magdeburg stößt in rasender Geschwindigkeit Kartons aus. Die verarbeitete Milch wird in wechselnde Verpackungen gefüllt, je nach Abnehmer. Im Augenblick schlängeln sich über die Förderbänder Milsani-Tetrapaks für Aldi-Nord, Milchtüten von Milram, Milbona-Packungen für Lidl und "Gut und Günstig"-Milch für Edeka. In allen von ihnen steckt ein bisschen von Bauer Hansens Produkt.

Aber wer entscheidet nun, wie Hansens Milch verwertet und zu welchem Wert sie verkauft respektive verschleudert wird?

Die nächste Verdachtsperson heißt Claus Fischer, trägt einen dunklen Anzug, ein smartes Lächeln und war mal Berater bei McKinsey. Heute ist der 37-Jährige Vertriebschef bei Nordmilch in Bremen und eigentlich dafür verantwortlich, Produkte wie die H-Milch aus Magdeburg zu vernünftigen Tarifen zu verkaufen. Doch jetzt sagt er Sätze wie diesen: "Die Preise sind zwar im Augenblick zu niedrig, aber sie haben aus unserer Sicht etwas Marktbereinigendes: Nur die starken, effizienten Betriebe werden überstehen." Die norddeutschen Landwirte seines Unternehmens seien nun mal besser aufgestellt als die bayerischen Bergbauern. Nordmilch, scheint es, freut sich schon auf die Geschäfte nach der Krise.

Zu viel Milch auf dem Markt

Hätten also die Manager ein Motiv, Bauer Hansens Lohn zu drücken? "Nein", widerspricht Fischer. "Nordmilch gehört ja als Genossenschaft selbst einer Gruppe von etwa 8000 Landwirten." Im Übrigen, so Fischer, berechne sich auch ein Teil seines Gehalts danach, ob er seinen Bauern im Vergleich zur Konkurrenz möglichst viel auszahle. Doch das muss nicht unbedingt viel heißen: Die deutschen Molkereien liegen mit ihren Auszahlungen meist unter dem EU-Durchschnitt.

Nach Fischers Darstellung liegt die Ursache des Chaos weit weg - auf den globalen Märkten. Der Vertriebschef legt die Fingerspitzen aneinander. "In den vergangenen Jahren gab es extrem hohe Milchpreise, unter anderem, weil Dürren in Australien das Angebot auf dem Weltmarkt verknappten." Folgerichtig hätten sich die deutschen Bauern leistungsstarke Kühe angeschafft, alte noch nicht zum Schlachter geschickt und ein paar Schaufeln Kraftfutter nachgelegt. Doch die Konjunkturkrise lasse nun die Nachfrage nach Milchprodukten wie Käse weltweit abstürzen. "Deswegen", schließt Fischer "haben wir momentan viel zu viel Milch auf dem Markt."

Ist das Milch-Desaster also nur eine Verkettung unglücklicher Umstände?

Nicht, wenn man Romuald Schaber Glauben schenkt. Der Chef des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter grollt: "Die Politik ist schuld an diesem Debakel. Sie hätte nie die Milchquote anheben dürfen."

Jene Quote war bislang die alles bestimmende Größe der Milchfarmer: Beamte der Europäischen Union (EU) legen jedes Jahr fest, wie viel die Mitgliedsstaaten jeweils herstellen dürfen. So sollen Überproduktion und Kursverfall verhindert werden. Die Staaten wiederum rechnen das Herstellungslimit auf jeden einzelnen Hofbesitzer herunter. Wer mehr melken will, muss anderen Quoten abkaufen oder später mit einer Geldstrafe rechnen.

Das Ziel: Ein fairer Preis ohne Subventionen

Doch die EU hat inzwischen einen Schlussstrich unter diese Art der Planwirtschaft gezogen: Das Milchmaximum wird nun jährlich um ein Prozent erhöht und soll ab 2015 komplett freigegeben werden. Dann sollen die Viehhalter selbst entscheiden, wie viel sie produzieren wollen. "Damit kippt man mitten in der Krise noch Öl ins Feuer", schimpft Verbandschef Schaber. Eine übergeordnete Stelle müsse das Angebot steuern und dabei knapp halten. Nur so komme man ohne Subventionen zu einem fairen Preis. Doch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) will sich den Schwarzen Peter nicht zuschieben lassen: "Eine Begrenzung der Milchmenge würde nur im europäischen Rahmen funktionieren. Aber das ist auf Brüsseler Ebene definitiv nicht mehrheitsfähig."

Deutschlands Landwirte also als Opfer der fernen Brüsseler Agrarpolitik? Davon könne gar keine Rede sein, wehrt sich Mariann Fischer Boel, die EU-Kommissarin für Landwirtschaft. "Die Erhöhung der Quote ist mit der Stimme Deutschlands beschlossen worden. Und als die Lebensmittelpreise im vergangenen Jahr durch die Decke gingen, hat unter anderem die deutsche Regierung Druck gemacht, damit wir die Beschränkungen noch schneller auflockern." Eine künstliche Verknappung, wie sie sich viele deutsche Bauern wünschten, sei unfair, findet die Dänin: einerseits gegenüber den preisbewussten Verbrauchern, andererseits gegenüber denjenigen Landwirten, die weiter wachsen wollten.

Fischer Boel und Aigner sind sich einig: Der aktuelle Preisverfall habe weder auf nationaler noch auf europäischer Ebene etwas mit den gelockerten Quoten zu tun. "Schuld an der Situation ist die gefallene Nachfrage", sagen beide. Statt der Verbraucher kauft nun die EU Butter und Milchpulver auf, außerdem erhalten Unternehmen wie Nordmilch Exportsubventionen, mit denen sie ihre teuer produzierten Lebensmittel massiv verbilligt auf den Weltmarkt drücken können. Dass darunter die Agrarmärkte der Entwicklungsländer leiden, nehmen Kommissarin und EUAgrarminister in Kauf.

Wer sahnt ab?

Hört man nicht auf den Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, sondern auf den Deutschen Bauernverband, dann sind auch gar nicht planlose Politiker für die Misere verantwortlich, sondern der "gnadenlose Einzelhandel". Der Vorwurf: Um möglichst viele Leute in ihre Läden zu locken, würden die großen Supermarktketten Produkte von Magerquark bis Sprühsahne immer weiter verbilligen. EU-Kommissarin Fischer Boel verdächtigt zudem Handel und Molkereien, die Situation auszunutzen, indem sie die Verbraucherpreise langsamer absenkten, als die Rohmilchpreise abstürzen. Fischer Boel ist sich sicher: "Da stimmt etwas nicht." Ihre Beamten würden der Sache nachgehen.

Liegt es also am Billigwahn deutscher Einzelhändler, wenn Menschen wie Bauer Hansen nicht über die Runden kommen? Markus Mosa streitet das ab. Mosa ist Chef des größten deutschen Lebensmittelhändlers Edeka. Für die roten "Billig"-Schildchen im Edeka-Center Delmenhorst ist letztlich er verantwortlich. Sahnt er in der Krise ab?

Man habe in diesem Jahr nicht mehr an der Milch verdient als im vergangenen Jahr, beteuert der Manager. "Sinkende Preise geben wir eins zu eins an den Verbraucher weiter." Der aktuelle Rutsch sei von den Erzeugern ausgegangen: "Die Molkereien hatten deutlich mehr produziert, als wir ihnen abnehmen konnten." Viele Viehhalter argwöhnen dagegen, die Handelskonzerne würden Preissenkungen untereinander ausklüngeln. Solchen Vorwürfen geht auch das Bundeskartellamt nach, hat aber nach eigener Aussage bisher "keine echten Anhaltspunkte" für Absprachen gefunden.

Fakt ist: Wenige mächtige Handelsunternehmen beherrschen den deutschen Lebensmittelmarkt. Sie diktieren den vielen und meist schwachen Molkereien ihre Preisvorstellungen. Sein Unternehmen befinde sich im harten Wettbewerb mit Discountern wie Lidl und Aldi, sagt Edeka-Mann Mosa, deswegen seien günstige Milchprodukte wichtig: "Die sind gut miteinander vergleichbar, daher richten die Verbraucher ihren Einkauf danach aus."

Konsumenten kalkulieren

Ist also letztlich der Geiz deutscher Verbraucher schuld an Bauer Hansens Not? Zumindest mitverantwortlich. Zwar zeigen sich die Bundesbürger in Umfragen solidarisch mit den Not leidenden Bauern, doch am Kühlregal entscheiden sie anders. In Delmenhorst schiebt Iris Schröder ihren Einkaufswagen an die Kasse. Für zwölf Euro hat sie heute Milchprodukte gekauft, etwa die Hälfte davon von Edekas Billigmarke "Gut und Günstig". Irgendwo zwischen Fruchtzwergen, Milram-Quark und "Gut und Günstig" steckt auch etwas Milch von Bauer Hansens Kühen. Die teure Solidarmilch mit dem Extragroschen für Landwirte der Region hat Iris Schröder stehen lassen, vielleicht hat sie die drei einsamen Tüten im Regal einfach nur übersehen. "Ich kann zwar die Bauern verstehen", sagt sie. "Aber wir verbrauchen so viel Milch, Käse und Joghurt, dass ich beim Einkaufen aufs Geld achten muss - man weiß ja nicht, was kommt." Ihr Mann Jens arbeitet seit acht Monaten in Kurzarbeit. Im Geschäft mit der Milch werden eben auch die Konsumenten zu kühl kalkulierenden Marktteilnehmern.

Es gebe nur eine Lösung für die Landwirte und ihre Molkereien, sagt Edeka-Chef Mosa. "Die Molkereien müssten sich zusammenschließen und auf hochwertige regionale Spezialitäten setzen. So würden sie sich auch dem Druck der Discounter entziehen." Jeden Arbeitsplatz rette das freilich nicht. Es werde "Kapazitätsanpassungen" geben, prophezeit Mosa.

Bei Bauer Hansen hat diese Anpassung bereits begonnen. Vor wenigen Tagen holte der Viehhändler 30 Kühe ab. Hansen schaute mit grimmigem Gesicht zu, einige Mitarbeiter kämpften mit den Tränen. "Das ist erst der Anfang", ahnt Hansen. Auf seiner Stirn steht der Schweiß.

Mitarbeit: Sarah Bennecke, Johannes Röhrig

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