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500 Produkte im Test: Online gegen Offline: Diese Dinge sind im Laden günstiger als im Internet

Online-Shops gelten im Vergleich zum Laden als preiswerter. Eine Untersuchung des Schnäppchenportals mydealz zeigt jedoch: Bei vielen Produkten stimmt das überhaupt nicht.

"Gibt's im Internet bestimmt billiger", lautet ein Reflex vieler Kunden, wenn sie die Preisschilder im Laden sehen. Doch das Vorurteil bestätigt sich in vielen Fällen nicht, wie eine Untersuchung des Schnäppchenportals mydealz zeigt. Das überraschende Ergebnis des Tests: "Online ist's oft teurer als man denkt."

Die Schnäppchenjäger verglichen insgesamt 500 Angebote klassischer Händler mit dem besten Online-Preis für das gleiche Produkt. Unterm Strich waren nur rund 40 Prozent der Artikel im Internet preiswerter zu haben. Bei 169 der 486 vergleichbaren Produkte war das Ladengeschäft günstiger. Weitere 118 Produkte kosteten online und offline exakt das Gleiche, was laut mydealz daran liegt, dass große Ketten wie Kaufhof oder Media Markt die Angebote aus der Filiale auch über die Webseite verkaufen.

Ob der Verbraucher im Laden oder im Online-Shop den besseren Preis findet, hängt stark von der Warengruppe ab. Die wichtigsten Ergebnisse im Detail:

Das ist im Laden günstiger

Im vergangenen Jahr startete Amazon seinen Lebensmittellieferservice "Fresh" in Deutschland. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe mehr oder weniger etablierter Online-Händler. Dennoch sind Lebensmittel und Getränke laut Untersuchung immer noch die Warengruppe, bei denen Verbraucher im klassischen Handel am meisten sparen können. So kostet beispielsweise eine 2-Liter-Flasche Coca-Cola bei Edeka einen Euro, während sie im günstigsten Onlineshop Sweet24.de das Doppelte kostete. Insgesamt konnten die Tester bei den Lebensmitteln der Stichprobe 33,5 Prozent und bei Getränken 30,4 Prozent sparen, wenn sie die Artikel im Laden kauften.

Auch bei Tierbedarf und Baby-Artikeln liegen die stationären Geschäfte vorne. Futter, Streu und Tier-Spielzeug waren bei Händlern wie Fressnapf, Kölle Zoo, Rossmann oder Real im Schnitt 14,9 Prozent günstiger als bei der Onlinekonkurrenz. Windeln, Babynahrung und anderer Kleinkindbedarf kostete 7,9 Prozent weniger als im Netz.

Bei Drogerieartikeln müssen Kunden dagegen genau hinschauen: Insgesamt waren die Preise in der Stichprobe im Internet und im Laden ungefähr gleich, im Einzelfall unterschieden sie sich erheblich. So kostete beispielsweise eine Flasche Spülmittel von Pril bei Edeka nur die Hälfte dessen, was der günstigste Onlineshop verlangte. Ein Duschgel von Duschdas kostete dagegen bei Aldi Süd 50 Prozent mehr als im Onlineshop Bitiba.de.  

Finja Carolin Kütz von Oliver Wyman

Bei Elektronik genau hingucken

Etwas überraschend sind die Ergebnisse bei Elektronikprodukten. Hier lässt sich online deutlich weniger sparen als man gemeinhin denken könnte. Lediglich bei Smartphones und Tablets konnten die Tester im Internet nennenswert sparen (7,6 Prozent). Bei Notebooks und PC-Hardware (1,6 Prozent günstiger) sowie Haushaltsgeräten (2,7 Prozent) war der Preisvorteil im Onlineshop gering.

Fernseher und Hifi-Komponenten wie Kopfhörer und Soundbars waren sogar im Laden um 2,2 Prozent günstiger als im Netz. Wobei sich hinter dem moderaten Durchschnittswert starke Ausreißer verbergen. Einzelne Fernseher und Hifi-Produkte waren online deutlich günstiger, andere in den Filialen. Insgesamt schwanken die Preise in dem Segment einfach stark, Schnäppchenjäger sollten auf Sonderangebote online wie offline schauen.

Hier spart man online am meisten

Einige Dinge sind aber online tendenziell deutlich günstiger. Bei DVD, Blu-rays und Musik-CDs sparen Käufer im Internet 22 Prozent, bei PC- und Konsolenspielen 14,4 Prozent. Schuhe sind online 12 Prozent preiswerter und Gesundheitsartikel wie elektrische Zahnbürsten, Binden oder Arzneien um 10 Prozent. Auch Spielzeug konnten die Tester im Netz im Schnitt 15 Prozent billiger erwerben.

Prozentual am meisten sparen kann man im Internet übrigens beim Kauf von Bürobedarf und Schreibwaren - stolze 34 Prozent betrug der Preisvorteil. Ein Textmarker von Stabilo kostete bei Real sogar das Vierfache des Preises eines Amazon-Marketplace-Händlers.

bak