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Reiseandenken: Souvenirs, die keiner braucht

Stoffkamele, Miniatur-Gondeln oder der Pariser Eifeltum als Radiergummi - die Liste lieb gemeinter Souvenirs ist lang. Leider freut sich, laut einer Umfrage, knapp die Hälfte der Beschenkten über die Mitbringsel gar nicht.

Von Karin Spitra

Der mitgebrachte Anisschnaps aus der Türkei schmeckt auf dem heimischen Balkon nur halb so gut und auch der Papyrusdruck von Tut-Ench-Amun kann das Urlaubsgefühl im Wohnzimmer zu Hause nur unvollkommen wieder herstellen. Vor allem die Lieben daheim erweisen mangels geteilter Reiseerlebnisse den erhaltenen Souvenirs oft nicht die angemessene Wertschätzung: Wie eine Umfrage der weltweit größten Wechselbürokette Travelex zeigt, geben Urlauber im Schnitt 22 Euro für Reiseandenken aus. Eine zu hohe Summe, denn fast die Hälfte (46 Prozent) der Beschenkten freut sich gar nicht über die oft unnützen und überteuerten Mitbringsel.

Wie die Travelex-Studie weiter herausfand, kaufen ein Drittel aller Touristen ihre Urlaubspräsente erst in den letzten 24 Stunden ihres Ferienaufenthalts. Außerdem gibt einer von zehn Befragten die übrig gebliebene Fremdwährung vor dem Abflug im Flughafen-Shop für Geschenke aus. Kein Wunder, dass die Souvenirs zuhause auf wenig echte Begeisterung stoßen. Gleich 76 Prozent der Befragten meinten, erst kürzlich ein Mitbringsel erhalten zu haben, dass sie gerne umtauschen würden.

Eine böse Überraschung können Urlaubsrückkehrer am deutschen Zoll erleben, wenn die Souvenirs nicht "echt" sind. Vermeintliche Schnäppchen können sich als gefälschte Markenprodukte entpuppen, deren Einfuhr strafbar ist und mit hohen Geldbußen belegt wird. So stapeln sich gerade zum Ferienende wieder viele Billigkopien von Markenuhren und -klamotten in der Asservatenkammer des Zolls. Auch sind über 8000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) geschützt. Statt am Hals der Liebsten landet dann eine Korallenkette schnell in der Zollverwahrung. Besser: Sich einfach vor dem Urlaub schlau machen, was aus dem Urlaubsland ausgeführt werden darf - und ob das den Daheimgebliebenen überhaupt gefällt.

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