Reisen mit Eon Ertappte Stadträte wollen zahlen


Wer mal nach St. Petersburg oder Barcelona wollte und zufällig mit dem Energiegeschäft zu tun hatte, konnte auf die freundlichen Reise-Einladungen von Eon zurückgreifen. Nun wollen ertappte Stadträte und Manager freiwillig Geld zurückzahlen.

Mehrere Stadträte und Energie-Manager haben im Zusammenhang mit den Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft wegen Politiker-Reisen freiwillig die Zahlung einer Geldauflage angeboten. "Man ist bei den Verfahren wegen des Verdachts der Vorteilsnahme mit mehreren Personen im Gespräch", sagte der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft Günther Feld am Montag und bestätigte Medienberichte. Eon Ruhrgas soll insgesamt 159 Stadträten und Energie-Managern Reisen nach Barcelona oder St. Petersburg gezahlt haben, um sie wohlwollend für Lieferverträge zu stimmen.

Nach Angaben von Feld bietet sich die Möglichkeit zur Zahlung einer Geldauflage bei einigen Verfahren an. "Die Höhe variiert in der Regel nach der Höhe dessen, was als Vorteil erlangt worden ist plus Aufschlag", erklärte Feld. Die Zahlungen könnten sich in Einzelfällen in einem vierstelligen Bereich bewegen.

Gleichzeitig bestätigte der Sprecher, neben den Ermittlungen zu den Reisen, sei eine weitere Anzeige im Zusammenhang mit möglicher Vorteilsnahme eingegangen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" sollen Politiker, die bei lokalen Energieversorgern in Aufsichtsräten saßen, auch üppig Meilen aus dem Vielfliegerprogramm "Miles & More" des Energiekonzerns geschenkt bekommen haben. Eon wies die Darstellung als "puren Unsinn" zurück.

DPA DPA

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