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Spanien Weil die Stadtverwaltung nichts tat: 82-Jähriger zimmert seiner kranken Frau eine Bank zum Ausruhen

Ein älterer Mann sitzt auf einer Bank
Gerade einmal eine halbe Stunde habe der pensionierte Handwerker für die Bank gebraucht (Symbolbild)
© Frank Hoermann / Sven Simon / Picture Alliance
Seine Frau leidet an Arthrose, ihr täglicher Spaziergang fällt ihr immer schwerer. Weil der Stadtrat im spanischen A Estrada der alten Dame keine Bank zum Ausruhen spendieren will, greift der 82-jährige Ehemann kurzerhand selbst zum Hammer.

Respekt, wer's selber macht: Der 82 Jahre alte Manuel Souto hat, weil der Stadtrat im galizischen A Estrada nicht auf seine Bitten reagierte, innerhalb von 30 Minuten eine Sitzbank zusammengeschustert. Der Grund: Seine Frau soll trotz ihrer Arthrose ihren täglichen Spaziergang unternehmen können.

Eine halbe Stunde Arbeit

Medienberichten zufolge hatte sich Souto bereits vor einem Jahr bei der Gemeindeverwaltung dafür stark gemacht, Sitzgelegenheiten entlang des üblichen Spazierwegs seiner Frau María aufstellen zu lassen. Ohne eine Gelegenheit zum Ausruhen würde die am Stock gehende 79-Jährige die tägliche Strecke von 900 Metern nicht mehr bewältigen können. Im Umkreis von zwei Kilometern gebe es keine Sitzgelegenheit, sagte Souto der Online-Zeitung "Nius".

Weil sich die Verwaltung allerdings stur gestellt habe, habe der Rentner die Sache selbst in die Hand genommen. "Für die Bank habe ich etwa eine halbe Stunde gebraucht", sagte er der Zeitung "La Voz de Galicia". Das Holz habe der pensionierte Handwerker sich einfach im örtlichen Baumarkt besorgt.

"Die ist nur für meine Frau"

Das Resultat sei zwar etwas rustikal ausgefallen, so Souto, doch die Bank sei stabil – und das ist die Hauptsache. Ein lokaler Ladenbesitzer habe ihm die Erlaubnis erteilt, die Sitzgelegenheit vor seinem Geschäft aufzustellen. Seine Frau Mariá sei begeistert gewesen: "Als sie sie sah, war sie begeistert. Sie gab mir eine Umarmung und einen Kuss", habe Manuel zufrieden gesagt. Die Geschichte habe sich schnell herumgesprochen. "Seid aufmerksam. Für ältere Menschen", schrieb der Erbauer deswegen sicherheitshalber auf sein Werk.

Konsequenzen habe es für das nicht genehmigte Möbelstück bisher keine gegeben. "Wenn ich ins Gefängnis komme, muss mir jemand Tabak bringen", scherzte Souto laut Medienberichten. Nachbarn hätten ihn sogar gebeten, weitere Bänke zu zimmern, doch er habe abgelehnt: "Ich habe nur die eine gemacht und die ist nur für meine Frau".

Quellen: "The Guardian"; "La Voz de Galicia"; Nius"

yks

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