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Australien Katzen zu Stubenhockern verdammt: Stadtrat beschließt 24-Stunden-Ausgangssperre

Eine Katze schaut aus einem regennnassen Fenster
Katzen sollen zukünftig das Grundstück nicht mehr verlassen dürfen (Symbolbild)
© marieclaudelemay / Getty Images
Im einem australischen Ort dürfen Katzen ab Oktober zu keiner Zeit mehr das Grundstück ihrer Besitzer:innen verlassen. Das hat der Stadtrat entschieden.

Es ist eine umstrittene Entscheidung: Im australischen Knox, einem Vorort Melbournes, hat der Stadtrat beschlossen, dass ab dem 1. Oktober Katzen zu keiner Tages- und Nachtzeit mehr das Grundstück ihrer Besitzer:innen verlassen dürfen. Der sogenannte "cat curfew" (auf Deutsch: Katzen-Ausgangssperre) wird für 24 Stunden am Tag gelten – kurzum: Es soll Schluss sein mit dem Freigänger-Dasein zahlreicher Samtpfoten. 

"Ähnlich wie bei den Regeln für Hunde und andere Haustiere dürfen Katzen nicht ohne ihre Besitzer herumlaufen", wird die Bürgermeisterin von Knox, Lisa Cooper, auf der Website der Stadt zitiert. "Wenn Katzen frei herumlaufen dürfen, besteht ein viel höheres Risiko für Krankheiten und Verletzungen." Neben dem Schutz der Katzen selbst wird auch der Schutz von Wildtieren wie Vögeln, Reptilien und Opossums vor Angriffen durch die Vierbeiner genannt. Zudem sollen Nachbar:innen und Anwohner:innen sowie deren Haustiere zukünftig nicht mehr von fremden Katzen belästigt werden.

Geldstrafen für Freigänger

"Katzen können immer noch nach draußen gehen, solange sie auf Ihrem Grundstück bleiben", heißt es weiter auf der Website in einer Erklärung für die Bürger:innen. Katzenhalter:innen wird empfohlen, ihre Tiere im Haus, in einem Schuppen, einer Garage oder einer anderen Art Gehege zu halten. "Katzengehege und katzensichere Zäune sind einige der Möglichkeiten, eine Katze daran zu hindern, außerhalb Ihres Grundstücks herumzuwandern."

Ab dem 1. Oktober tritt die Ausgangssperre in Kraft und läutet eine sechsmonatige Übergangsphase ein. In dieser Zeit müssen Besitzer:innen lediglich mit einer Verwarnung rechnen, sollte ihre Katze außerhalb des eigenen Grundstücks entdeckt werden. Nach Ablauf dieser Schonfrist droht eine Strafe in Höhe von 91 Dollar. Sollte die Katze danach immer noch nicht vom Freigänger zum Stubentiger geworden sein und wird erneut außerhalb des Grundstücks erwischt, droht den Halter:innen eine Geldbuße von mehr als 500 Dollar.

Eine Katze springt aus dem 5. Stock eines brennenden Gebäudes in Chicago.

"Als würde man einen Tiger in den Zoo stecken"

Katzenbesitzer:innen in Knox zeigen sich empört über die neue Regelung. "Entweder müssten wir einen weiteren Zaun bauen (...) oder wir müssten den ganzen Hinterhof abdecken, was sehr teuer wäre", sagt beispielsweise Charlotte Jensen, eine lokale Katzenbesitzerin, "7NEWS".  "Es ist einfach nicht fair für sie. Es ist, als würde man einen Tiger in den Zoo stecken. Es ist einfach zu klein und sie haben keine Freiheit."

Auch Bürgermeisterin Lisa Cooper äußerte öffentlich ihr Missfallen über die Katzen-Ausgangssperre: "Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich mich persönlich mit einer 24-stündigen Katzen-Ausgangsperre nicht wohl fühle und sie nicht unterstütze", schreibt sie auf ihrem Facebook-Profil. Sie selbst habe eine nächtliche Ausgangssperre von 19 bis sieben Uhr als Alternativvorschlag eingebracht. Bei der anschließenden Ratsabstimmung wurde sie jedoch überstimmt: Sieben von neun Stimmen wurden für eine 24-Stunden-Ausgangssperre für Katzen vergeben.

Quellen: "Daily Mail" / "7News" / Facebook / Knox City Council  

as

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