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Münchner Stadtrat Zeichen gegen Orbáns Politik: "Allianz Arena" soll zum Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchten

Die Münchner Allianz-Arena erstrahlt in Regenbogenfarben
So soll die Münchner Allianz Arena, die während des Turniers nur EM-Arena heißen darf, auch während des EM-Spiel gegen Ungarn aussehen – als Zeichen des Protests gegen die homophobe Gesetzgebung der ungarischen Regierung.
© Frank Hoerman / Picture Alliance
Aus Protest gegen die Politik von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban soll das Münchner EM-Stadion auf Wunsch des Stadtrates in Regenbogenfarben erstrahlen. Das haben die Politiker zwar nicht in der Hand – aber etwas können sie doch tun.

Der Münchner Stadtrat fordert die EM-Arena für das Spiel von Deutschland gegen Ungarn in Regenbogen-Farben erleuchten zu lassen. "Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft", heißt es in einem fraktionsübergreifenden Antrag. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) solle sich bei der Uefa dafür einsetzen, dass das Münchner Stadion "am Abend des Spiels in Regenbogenfarben leuchtet". Anlass ist die Verabschiedung eines Homosexuellen-feindlichen Gesetzes durch das ungarische Parlament.

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland begrüßte die Idee einer in Regenbogenfarben leuchtenden Münchner EM-Arena beim Gruppenfinale am Mittwoch gegen die ungarische Mannschaft. "Gerade weil wir im 'Pride Month' sind. Das wäre ein klares Zeichen", sagte LSVD-Bundesvorstand Christian Rudolph, der zugleich erster Ansprechpartner für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt beim DFB ist, der Deutschen Presse-Agentur. Die Europäische Fußball-Union Uefa sei nun gefordert, "das Vorhaben zu unterstützen".

Manuel Neuer trägt bereits Regenbogenbinde

Der Verband sei "in engem Austausch mit dem DFB". Rudolph verwies auch auf die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben, die Nationaltorwart Manuel Neuer bereits im ersten Vorrundenspiel in München gegen Frankreich (0:1) getragen hatte. "Das ist nicht nur eine einmalige Aktion, umso wichtiger ist es, dass es über die EM andauert. Ich weiß, dass die Mannschaft dahinter steht", sagte Rudolph.

Das ungarische Parlament hatte am Dienstag ein Gesetz gebilligt, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Bildungsprogramme zu Homosexualität oder Werbung von Großunternehmen, die sich mit Homosexuellen solidarisch erklären, sollen demnach künftig verboten werden, ebenso wie Aufklärungsbücher zu dem Thema. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orbán. Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland geworden. "Es macht bei solchen Spielen noch einmal mehr Sinn – es ist wichtig, dass solche Aktionen nicht mehr verboten werden", sagte Rudolph. Der Sport dürfe sich nicht verstecken und müsse zu seinen Werten stehen.

Der LSVD richtet am 26. Juni zudem die digitale Demonstration "SportPride 2021" aus für die Sichtbarkeit und Unterstützung aller Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen im Sport.

Zigtausende unterstützen Petition

Der Münchner Stadtrat will voraussichtlich in der Vollversammlung am kommenden Mittwoch - dem Spieltag - über den fraktionsübergreifenden Antrag entscheiden. Nach dem Willen der Stadträte soll das Rathaus mit Regenbogenfahnen beflaggt werden. Auf der Petitionsplattform Change.org unterstützten bis zum frühen Samstagnachmittag mehr als 46.000 Menschen das Vorhaben.

"Anlässlich des EM-Spiels Deutschland gegen Ungarn ist es der Landeshauptstadt München wichtig, ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit der LGBTI Community in Ungarn zu setzen, die unter der aktuell verschärften homo- und transphoben Gesetzgebung der Ungarischen Regierung zu leiden hat", hieß es in dem Antrag. Das Spiel gegen Ungarn sei eine Möglichkeit, "die Botschaft zu senden, dass München für eine bunte, vielfältige und tolerante Gesellschaft steht".

dho DPA

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