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RENTEN: Riester kündigt Rentenerhöhung an

Zum 1. Juli sollen die Rentner im Westen 2,16 Prozent mehr erhalten, im Osten 2,89 Prozent. Die BfA warnt unterdessen vor Betrügern.

Die Renten steigen zum 1. Juli so stark wie seit drei Jahren nicht mehr: Im Westen sollen die Rentner 2,16 Prozent mehr erhalten, im Osten 2,89 Prozent. Die von Arbeitsminister Walter Riester am Donnerstag angekündigte Erhöhung muss noch vom Bundeskabinett offiziell beschlossen werden. Sie gilt im gleichen Umfang auch für die Renten und Pflegegelder aus der gesetzlichen Krankenversicherung und aus der Alterssicherung der Landwirte.

Angleichung des Ostens vorangetrieben

Die Rentenanpassung richtet sich nach der Lohnentwicklung des Vorjahres. »Bundesweit werden also auch in diesem Jahr die Rentnerinnen und Rentner am Wachstum der Wirtschaft beteiligt«, erklärte Riester. Durch die stärkere Erhöhung im Osten werde der Angleichungsprozess weiter voran getrieben.

Nach In-Kraft-Treten der Rentenreform im vergangenen Jahr waren die Renten in den alten Ländern um 1,91 Prozent und in den neuen Ländern um 2,11 Prozent angehoben worden. Großen Streit hatte es im Jahr davor gegeben, als die Bundesregierung die Anpassung vorübergehend an der Inflationsrate des Vorjahres ausgerichtet und damit auf 0,6 Prozent gedrückt hatte.

Unterdessen meldete die »Süddeutsche Zeitung«, die Bundesregierung dränge die Rentenversicherer, vor der Wahl keine Informationen zur Berechnung der Altersbezüge an Ältere zu schicken. Hintergrund sei die Befürchtung, die über 45-Jährigen könnten wegen möglicher Abschläge bei ihrer künftigen Rente ihr Wahlverhalten ändern. Das Arbeitsministerium bestritt diesen Zusammenhang kategorisch. Vielmehr sollten die mit der Rentenreform beschlossenen regelmäßigen Informationen über die künftige Rentenhöhe zuerst an die jüngeren Jahrgänge verschickt werden, weil diese eine Entscheidung über eine private Zusatzversorgung treffen müssten, sagte eine Sprecherin.

Warnung vor Betrügern

Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte warnte derweil vor Betrügern: Unter fadenscheinigen Begründungen versuchten Anrufer, die sich fälschlicherweise als BfA-Mitarbeiter ausgäben, Hausbesuche bei Versicherten anzubieten oder persönliche Daten und Einkommensangaben zu erfragen. Die BfA mache aber grundsätzlich keine Hausbesuche, erklärte die Anstalt. Sie bat Betroffene, sich telefonisch an die BfA in Berlin oder an eine der Auskunfts- und Beratungsstellen bundesweit zu wenden.