Rolf Breuer Banken werden weiter Jobs abbauen


Bankenlobbyist Rolf Breuer kündigt weiteres Ungemach an: Weil die deutschen Geldinstitute zu wenig Geld verdienten, sei der Job-Exodus noch nicht vorbei. Lob bekommt der in die Kritik geratene Josef Ackermann.

Bei den deutschen Banken droht nach Meinung von Bankenpräsident Rolf Breuer wegen der anhaltend schwachen Rendite in den nächsten Jahren ein weiterer Stellenabbau.

"Da sind wir noch nicht am Ende", sagte Breuer am Dienstag im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten mit Blick auf die jüngste Diskussion über den Stellenabbau bei der Deutschen Bank. Die Renditen der hiesigen Institute hätten 2003 unter einem Prozent gelegen, in Großbritannien dagegen bei 19 Prozent. 2004 habe sich die Lage zwar gebessert, Anschluss hätten die deutschen Banken aber immer noch nicht gefunden.

Wenn sich das nicht ändere, seien die mittelfristigen Aussichten düster, ergänzte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken. Allerdings gebe es Grenzen. "Man kann sich auch totsparen. Insofern darf man die Ertragsseite nicht vergessen", fügte Breuer hinzu, der zugleich dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank vorsteht.

Den in die Kritik geratene Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann stärkte er demonstrativ den Rücken. "Wir stehen voll hinter Herrn Ackermann. Er hat ein hervorragendes Ergebnis für 2004 hingelegt." Es gebe keinen Anlass, aus der öffentlichen Kritik personelle Konsequenzen zu ziehen. Politiker und Gewerkschafter hatten Ackermann scharf angegriffen, weil er trotz eines Milliardengewinns weiter Stellen abbaut.

Breuer sagte, ihn habe die Kritik überrascht, weil der Stellenabbau um netto 1920 Stellen in Deutschland seit Monaten bekannt sei. Die nun zusätzlich wegfallenden Stellen hätten ausschließlich das Ausland getroffen, vor allem Investmentbanker in den Finanzmetropolen London, New York und Tokio.

Die Wahrscheinlichkeit einer feindlichen Übernahme einer deutschen Bank durch ein ausländisches Institut habe in den vergangenen Monaten abgenommen. "Das Niveau des potenziellen Interesses ist gering geworden. Es gibt auch keine Schnäppchenpreise mehr", sagte Breuer. Klar sei aber auch, dass im Falle von Übernahmen zahlreiche Stellen wegfallen würden.

Reuters Reuters

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