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Shopping: Wenn das Shirt nach Schweiß stinkt: Das Dilemma mit den Rücksendungen

Eine Studie zeigt, dass Onlinehändler wie Amazon, Zalando und Co. unter den Rücksendebergen ächzen. Doch noch viel schlimmer: Regelmäßig wird Ware zurückgeschickt, die gebraucht wurde - und nicht mehr verkauft werden kann. 

Pakete bei Amazon

Mehr als die Hälfte der Pakete geht zurück. Damit muss sich auch der Versandriese Amazon rumärgern.

Picture Alliance

Die Klamotten kommen ordentlich zusammengelegt im Plastikbeutel beim Kunden an. Die Etiketten suggerieren, dass die Ware neu sein muss. Doch fieser Schweißgeruch und Make-up-Spuren lassen Zweifel aufkommen: Ist das wirklich neu und ungetragen? Wer im Netz shoppt, erwartet die gleiche Qualität wie im Geschäft. Doch das wird zu einer immer größeren Herausforderung. 

Rücksendungen sind für Onlinehändler wie Amazon, Otto oder Zalando wirtschaftlich eine Katastrophe. Denn die Ware muss ausgepackt und vor allem händisch geprüft werden. Das ist personalaufwendig - und das ausgerechnet für einen Geschäftsbereich, der sich mit zurückgeschickter - und damit nicht bezahlter -Ware beschäftigt.

Doch eine Studie des EHI-Instituts zeigt nun, dass nicht nur kurz an- oder ausprobierte Dinge wieder beim Verkäufer landen, sondern auch klar benutzte Ware. Die "Welt" berichtet von einer Skijacke, die bei der Rücksendekontrolle ankam, in der noch ein Skipass steckte. Bestellen, benutzen und dann retour schicken: Für die Händler ein Fiasko, denn sie können die Ware nicht weiterverkaufen. 

Rücksendung beschädigt

Immerhin: Durchschnittlich 70 Prozent der Ware könne weiterverkauft werden, es handele sich um so genannte A-Ware, so die Studie. Allerdings komme dieser Durchschnittswert stark auf die Branche an. Neun Prozent der befragten Händler gaben an, dass sie nur vereinzelt Teile wieder in den Verkauf bringen könnten. 

Der Grund dafür: Die Ware sei so in Mitleidenschaft gezogen worden, dass man sie anderen Käufern nicht mehr anbieten könne. 

Rücksendungen sind aufwendig. "Kostentreiber Nummer eins bei Retouren sind die aufwendige Prüfung, Sichtung und Qualitätskontrolle der Artikel. Kleidung beispielsweise muss auf Gebrauchsspuren untersucht werden, Elektrogeräte auf Funktionalität", so die Studie. "An zweiter Stelle rangiert die Identifikation der Ware, wenn der Händler feststellen muss, ob die Artikel mit der Retourenanmeldung übereinstimmen." Kompliziert wird es, wenn Strichcodes fehlen - beispielsweise wenn Kunden die anprobierten Klamotten in die falschen Plastikbeutel stopfen. Besonders bei Klamottenhändlern ist die Rücksendeflut besonders hoch: Mehr als 50 Prozent der bestellten Hosen, Pullis und Kleider wird wieder zurückgeschickt. Laut der Studie belaufen sich die Kosten für eine Rücksendung auf rund zehn Euro. 

Obwohl Retouren viel Geld kosten, bleibt die Rückgabe kostenlose. Gerade die großen Händler wie Amazon und Zalando bieten die Gratis-Retour und setzen somit die gesamte Branche unter Zugzwang.  

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kg