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Rundfunkgebühr: GEZ-Verweigerin aus dem Gefängnis entlassen

Sieglinde B. weigerte sich monatelang, ihre Rundfunkgebühr zu bezahlen. Lieber nahm sie eine Haftstrafe in Kauf. Nun wird sie nach 61 Tagen aus der JVA Chemnitz entlassen.

JVA Chemnitz

JVA Chemnitz: Nach 61 Tagen wurde GEZ-Verweigerin Sieglinde B. aus der Beugehaft entlassen

Die GEZ-Verweigerin ist wieder auf freiem Fuß: Wie "Bild" berichtet, habe die Anstalt die Entlassung von Frau Sieglinde B. mitgeteilt. Demnach sei die 46-Jährige am Montag um 18 Uhr aus der JVA Chemnitz entlassen worden. Dies teilt Daniel Krätzner, Vertreter der Anstaltsleitung, auf Nachfrage der "Bild"-Zeitung mit.

"Der MDR hat am Montag den Antrag auf Erlass des Haftbefehls zurückgezogen, so dass das Amtsgericht diesen aufhob", habe Hans-Otto Burschel, Sprecher des Amtsgerichts Bad Salzungen erklärt. "Die Frau wurde noch am gleichen Tag aus der JVA Chemnitz entlassen." 61 Tage hatte Sieglinde B. nach ihrer Inhaftierung am 4. Februar in dem Gefängnis verbringen müssen, nachdem sie von Januar bis September 2014 keine bezahlt hatte.

Rundfunkgebühr: Beitragsfreies Fernsehen im Gefängnis

"Ich habe nie Einspruch erhoben, Schreiben ignoriert, ich wollte dagegen von der Justiz die Rechtmäßigkeit des Gebühreneinzuges erklärt bekommen", hatte B. erklärt. "Ich ließ alles auf mich zukommen." Die folgende Haftstrafe schien sie nicht sonderlich zu stören, sie sah den Gefängnisaufenthalt eher als Selbsterfahrung - beitragsfreies Fernsehprogramm inklusive. 

Spätestens sechs Monate nach ihrer Entlassung kann der Gerichtsvollzieher nun weiter versuchen, den Titel zu vollstrecken, und zwar über 30 Jahre lang. In frühestens drei Jahren könnte Sieglinde B. in der Sache erneut in Beugehaft genommen werden.

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