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Säumige Zahler: Kassen müssen Zusatzbeiträge eintreiben

Die Zusatzbeiträge für die gesetzlichen Krankenkassen werden von vielen Deutschen als ungerecht empfunden - und viele zahlen sie erst gar nicht. Einige Kassen müssen fast jedem dritten Zusatzbeiträg hinterherlaufen.

Rund eine Million Kassenmitglieder haben seit Jahresbeginn die Zahlung von Zusatzbeiträgen verweigert. Der Anteil der säumigen Mitglieder beträgt je nach Krankenkasse bis zu 30 Prozent, wie eine Umfrage der "Bild"-Zeitung ergab. Danach haben beispielsweise bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) zehn Prozent der 4,6 Millionen Mitglieder den Zusatzbeitrag bisher nicht entrichtet. Bei der KKH-Allianz liege der Anteil etwas über zehn Prozent. Mit hohen Säumnisraten von rund 30 Prozent hätten nach eigenen Angaben die BKK Gesundheit und die BKK für Heilberufe zu kämpfen.

Derzeit erheben 13 gesetzliche Krankenkassen sowie drei lokale Betriebskrankenkassen von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag von maximal 37,50 Euro im Monat. Dieser wird nicht automatisch vom Gehalt abgezogen, wie der reguläre Krankenkassenbeitrag. Die betroffenen Kassen erklärten, derzeit gebe es schriftliche und telefonische Zahlungsaufforderungen an die säumigen Zahler.

Im Zuge der Gesundheitsreform plant die schwarz-gelbe Koalition Sanktionen für Zahlungsverweigerer. Versicherte, die die Zusatzbeiträge sechs Monate lang nicht entrichten, sollen künftig einen extra Zuschlag entrichten. Während die Höhe der Zusatzbeiträge derzeit begrenzt ist, sollen die Kassen künftig nach dem Willen von Union und FDP unbegrenzt Zusatzbeiträge erheben können. Ein Sozialausgleich soll allerdings verhindern, dass Versicherte dadurch übermäßig belastet werden.

AFP/ben / AFP
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