HOME

Sanierungsplan: Karstadt will 2000 Stellen streichen

Kürzungen und Kündigungen: Der Sanierungsplan des neuen Eigentümers René Benko sieht für Karstadt drastische Einschnitte vor. Einem Bericht zufolge sind mindestens 2000 Jobs gefährdet.

Die Kaufhauskette Karstadt will unter ihrem neuen Eigentümer René Benko Berichten zufolge rund 2000 der insgesamt knapp 17.000 Stellen streichen. Diese Zahlen nannten am Montag die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) und die Beis"Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Aufsichtsratskreise. Nach Angaben der "WAZ" sollen in der Konzernzentrale in Essen 400 der noch etwa 1400 Verwaltungsstellen abgebaut werden. In den Filialen sollen weitere 1600 Arbeitsplätze wegfallen.

Nach Informationen der "WAZ" könnte die Zahl der Stellenstreichungen sogar noch höher ausfallen. Die mögliche Schließung von Filialen sei bislang noch nicht eingerechnet, berichtete das Blatt unter Berufung auf Aufsichtsratskreise weiter. Handelsexperten halten 20 bis 30 der bundesweit 83 Warenhäuser für gefährdet.

Der österreichische Investor Benko hatte die Kaufhauskette im August für einen symbolischen Euro von Nicolas Berggruen übernommen. Am Donnerstag tagte der Aufsichtsrat erstmals seit der Übernahme.

Sanierung in dreistelliger Millionenhöhe

Die "Bild am Sonntag" berichtete am Wochenende unter Berufung auf ein achtseitiges Sanierungskonzept "Karstadt Fokus", die Kosten für die Sanierung Karstadts würden auf mindestens 209 Millionen Euro beziffert, für eine nachhaltige Sanierung sogar auf 263 Millionen Euro. Den 83 Filialen stünden Einschnitte bevor.

Verkaufspersonal solle ebenso abgebaut werden wie die Zahl der Kassen, hieß es. In Bereichen mit hoher Selbstbedienungsquote wie zum Beispiel Spielwarenabteilungen werde eine "Reduzierung auf Minimalbesetzung" angestrebt.

stb/AFP / AFP