HOME

Service-Hotlines im Überblick: Was welche Nummer kostet

Die Regierung will den Markt der Service-Hotlines transparenter gestalten. Das ist auch nötig, denn wer weiß schon, dass sich hinter 0180-Nummern ein halbes Dutzend verschiedener Tarife verbergen und ein 0900-Anruf bis zu 180 Euro kosten kann. Ein Wegweiser durch den Tarif-Dschungel.

Bei Anrufen auf Service-Rufnummern von Unternehmen sollen Verbraucher künftig nicht mehr für Endlos-Warteschleifen zahlen müssen. Die Bundesregierung brachte am Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf auf den Weg, doch es wird noch dauern, bis dieser in Kraft tritt. Die Kosten für Hotlines hängen von der Vorwahl ab - und können sehr unterschiedlich sein. Ein Überblick.

0800 - Die Kostenfreie

Die Vorwahl ermöglicht kostenfreie Anrufe bei Service-Hotlines - auch mit dem Handy. Die Kosten übernehmen Unternehmen oder Behörden, die eine solche Rufnummer anbieten. Nach Angaben des Branchendienstes Teltarif sind aber viele 0800-Nummern für Anrufe von Handys und aus Telefonzellen gesperrt - wegen höherer Kosten für die Unternehmen.

0180 - Variable Kosten

Über die Höhe der Gebühr entscheidet die erste Ziffer nach der 0180. Unter 0180-1 entstehen Kosten von vier Cent für jede angefangene Minute bei Anrufen aus dem Festnetz, bei 0180-3 sind es neun Cent, und bei 0180-5 fallen 14 Cent an. Bei der Vorwahl 0180-2 zahlen Verbraucher eine Pauschale von sechs Cent pro Anruf, unter 0180-4 sind es 20 Cent. Für Anrufe von Handys zu diesen Nummern weichen die Gebühren bislang in aller Regel deutlich ab. Die Kosten müssen seit März angegeben werden, als Preisobergrenze für Handyanrufe gelten 42 Cent pro Minute.

0137 und 0138 - Die Gewinnspielnummern

Bei beiden Vorwahlen 0137 und 0138 handelt es sich um Nummern, die vor allem Fernsehsender für Gewinnspiele oder bei Abstimmungen einsetzen. Für die Sender hat sich dies zu einer erheblichen Einnahmequelle entwickelt. Unter 0137-1 und 0137-5 kostet der Anruf pauschal 14 Cent aus dem Festnetz. Unter 0137-6 sind es einmalig 25 Cent, bei 0137-7 ein Euro, bei 0137-8 und 0137-9 sind es 50 Cent. Auf Minutenbasis erfolgt die Abrechnung unter 0137-2, 0137-3, 0137-4 und 0138. Jede angefangene Minute kostet hier 14 Cent. Die Kosten für Anrufe vom Handy weichen hiervon ebenfalls in aller Regel deutlich ab.

0900 - Hier kann es teuer werden

Hinter der Vorwahl 0900 verbergen sich sogenannte Premiumdienste - in aller Regel Unterhaltungsangebote oder Service-Hotlines von Unternehmen. Feste Gebührenvorgaben für die Anbieter gibt es nicht, ein Anruf unter einer 0900-Nummer darf pro Minute aber höchstens drei Euro kosten und muss nach spätestens 60 Minuten automatisch beendet werden. Im Höchstfall stehen hier also 180 Euro pro Anruf zu Buche. Daneben können sich Anbieter für eine zeitunabhängige Abrechnung entscheiden - die Kosten fallen also pro Anruf an. Hier beträgt die Gebühren-Obergrenze 30 Euro. Die Gebühren für 0900-Verbindungen müssen vor Beginn der Berechnung angesagt werden.

118 - Auskünfte, die kosten

Bei der 118-Vorwahl handelt es sich um Auskunftsrufnummern, bei denen Verbrauchern ebenfalls hohe Kosten entstehen können. Ein Beispiel ist die Telefonauskunft der Deutschen Telekom unter 11833. Ein Anruf aus dem Telekom-Festnetz kostet hier 1,99 Euro pro Minute. Für die Vermittlung von Gesprächen fallen weitere Gebühren an. Von Handys sind die Gebühren auch hier oft noch höher.

be/AFP / AFP
Themen in diesem Artikel