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Nacktbilder auf dem Firmenserver Sex-Skandal um gefeuerten McDonald's-Chef: Jetzt wird's unappetitlich

Steve Easterbrook
Steve Easterbrook war bis November 2019 Chef von McDonald's
© Alyssa Schukar/AP / Picture Alliance
Erst war es nur eine Affäre, jetzt ein Skandal um Nacktbilder, Lügen und Millionen. McDonald's fordert von seinem Ex-Chef Steve Easterbrook 40 Millionen Dollar Abfindung zurück. Der Konzern hat sich aber auch selbst blöd angestellt.

Als Steve Easterbrook bei McDonald's seinen Hut nahm, klang alles noch ganz harmlos. Von einer einvernehmlichen Affäre des Konzernchefs mit einer Kollegin war die Rede. Von ein paar schlüpfrigen Handynachrichten, mehr nicht. Da dies gegen interne Firmenregeln verstößt, musste Easterbrook im November 2019 dennoch gehen. Dem Gefeuerten gab man eine Abfindung von 40 Millionen Dollar mit auf den Weg, da ihm offiziell "kein Fehlverhalten" bescheinigt wurde. Ein goldener Handschlag nach dem Motto: Sorry Bro, wir mussten es tun.

Das Geld möchte der größte Fastfood-Konzern der Welt nun gerne zurück. Denn aus der kleinen Liebelei ist ein umfassender Skandal um Sexting, Lügen und finanzielle Vorteile geworden – der mittlerweile sogar Nacktbilder auf Firmenservern umfasst.

Anfang der Woche teilte der Konzern mit, dass er Easterbrook vor Gericht verklage, um die Millionen-Abfindung zurückzubekommen. Der Manager habe das Unternehmen bei der Aufklärung seiner Verfehlungen "belogen" und "Beweise für unangemessenes persönliches Verhalten zerstört".

Nacktbilder gegen Aktienoptionen

Interne Untersuchungen hätten ergeben, dass Easterbrook - anders als behauptet - nicht nur mit einer Untergebenen angebandelt, sondern mit drei weiteren Angestellten "sexuelle Beziehungen" geführt habe. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass er einer der Affären Aktienoptionen im Wert von mehreren Hunderttausend Dollar gewährt haben soll.

Die Klage, die McDonald's nun vor Gericht eingereicht hat, enthält weitere pikante Details. Demnach hat Easterbrook Dutzende Fotos und Videos nackter Frauen, darunter auch seine Büro-Affären, und teilweise in sexuell expliziten Posen, von seiner dienstlichen Mail-Adresse an seine private versendet. Alle Dateien stammten aus den Jahren 2018 und 2019. Um dies zu vertuschen, habe er die Mails von seinem Diensthandy gelöscht.

Dass dies nicht früher aufflog, hat sich McDonald's ein Stück weit aber auch selbst zuzuschreiben. Erst im Juli dieses Jahres, also lange nachdem man Easterbrook seine üppige Abfindung bezahlt hatte, checkte die IT nach Hinweisen aus der Belegschaft die internen Mail-Server, auf denen die Nacktbilder noch zu finden waren. Zuvor hatte man lediglich die noch auf dem Handy gespeicherten Daten überprüft.

Das wenig sorgfältige Vorgehen begründet McDonald's in der Anklage damit, man habe einen schnellen und "reibungslosen Übergang" schaffen wollen. Was auch gelang: Bereits am 3. November übernahm Chris Kempczinski, zuvor verantwortlich für das USA-Geschäft, den Chefposten, der Aktienkurs erholte sich.

Steve Easterbrook hat sich zu den Anschuldigungen, die ihn nun seine Abfindung kosten könnten, bislang nicht geäußert. Der 53-jährige Brite hatte von 1993 bis 2011 und von 2013 bis 2019 für McDonald's gearbeitet, davon die letzten viereinhalb Jahre als CEO und President. Unter seiner Führung hatte sich McDonald's wirtschaftlich positiv entwickelt. Easterbrook ist seit 2015 geschieden und hat drei Kinder.

Quellen: AFP / Ars Technica / USA Today

bak

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