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Sexskandal bei der Hamburg Mannheimer: Ergo droht mit Nachspiel vor Gericht

Wer hat sich die Sex-Sause für erfolgreiche Versicherungsvertreter ausgedacht? Die Ergo-Versicherungsgruppe will ehemalige Führungsmitglieder der Hamburg Mannheimer überprüfen und möglicherweise vor Gericht bringen.

Die Lustreise für Versicherungsvertreter nach Budapest beschert ehemaligen Mitarbeitern der Hamburg Mannheimer möglicherweise eine dicke Rechnung: Die Ergo-Versicherungsgruppe erwägt, Strafanzeige zu stellen. "Wir prüfen derzeit, welche Möglichkeiten bestehen, gegen die damals Verantwortlichen vorzugehen", sagte eine Sprecherin dem "Handelsblatt". Dazu gehöre auch die Prüfung der strafrechtlichen Seite.

Die mittlerweile im Ergo-Konzern aufgegangene Versicherung Hamburg Mannheimer (HMI) hatte ihre besten 100 Vertreter im Jahr 2007 mit einer Sex-Party in der historischen Gellert-Therme in Budapest belohnt. Bei der Feier waren nach Angaben von Ergo etwa 20 Prostituierte dabei.

Wer ließ die Himmelbetten aufstellen?

Der Verantwortliche für die Reise, der ehemalige Vertriebschef der Hamburg Mannheimer, Kai Lange, sagte dem "Handelsblatt", er habe sich nichts vorzuwerfen. Er selbst habe sich den ganzen Abend im Bereich der Diskothek aufgehalten. Er wisse daher nicht, was die Vertreter auf dem Gelände der Therme gemacht hätten.

Die Frage, wer die Anweisung gab, Prostituierte einzuladen und Himmelbetten aufzustellen, beantwortete Lange nicht. Organisiert hatte die Reise und das Fest eine Event-Agentur, wie Ergo-Chef Torsten Oletzky dem "Spiegel" sagte. Allein die Abendveranstaltung habe 83.000 Euro gekostet.

Huren als Stammgäste bei Cheftagungen?

Lange ist einer der Gründer des Finanzdienstleisters AWD, den er laut Bericht ab 1988 gemeinsam mit seinem Schwager Carsten Maschmeyer führte. 1999 wechselte er demnach als Vertriebschef zur Hamburg Mannheimer, seit 2008 arbeitet er für den Finanzdienstleister Formaxx. Nach Angaben von Formaxx-Vorstand Eugen Bucher gibt es dort keine Sexreisen.

Ergo prüft laut "Handelsblatt", ob es weitere Vorfälle wie die Lustreise 2007 gab. Ehemalige Vertreter berichteten der Zeitung, Prostituierte seien auch bei Führungskräftetagungen Stammgäste gewesen.

fw/AFP / AFP