VG-Wort Pixel

Trotz Verkaufsverbot Auf Ebay boomt das Geschäft mit Böllern und Feuerwerk

Feuerwerksraketen der Firma Weco
Pyrotechnik-Anbieter dürfen ihre Produkte in diesem Jahr zu Silvester nicht verkaufen, die Branche fordert Hilfen von der Politik
© Christophe Gateau / DPA
Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk ist in diesem Jahr verboten. Dennoch werden die Produkte kurz vor Silvester auf den gängigen Online-Plattformen angeboten. Damit machen sich Verkäufer und Käufer strafbar.

Normalerweise kracht es zu Silvester richtig. Der Jahreswechsel von 2020 auf 2021 wird jedoch ruhig vonstatten gehen: Bund und Länder haben den Verkauf von Böllern und Feuerwerk verboten. Auf großen Plätzen ist das Böllern verboten, manche Städte untersagen die Silvestertradition sogar komplett.

Dennoch könnte es vereinzelt Böller und Feuerwerk geben. Denn während die Supermarkt- und Baumarktketten die Produkte nicht verkaufen dürfen, boomt im Internet das Geschäft mit den Feuerwerkskörpern. Auf Plattformen wie Ebay bieten Privatpersonen und Online-Shops Silvesterfeuerwerk zum Kauf an – und erzielen damit teilweise hohe Preise. Meist handelt es sich offenbar um Produkte, die die Anbieter entweder vor dem Verbot erstanden haben, oder um Überbleibsel aus den vergangenen Jahren.

Verkaufsverbot zu Silvester: Böller werden online angeboten

Damit lässt sich vor Silvester 2020 das große Geld machen. Wie "Chip" berichtet, wurde auf Ebay ein Paket von Raketen für 220 Euro angeboten. Im Handel kostete das Produkt normalerweise lediglich 30 Euro. Eine Suche auf der Online-Verkaufsplattform fördert zahlreiche weitere Angebote zutage. Auch auf Amazon werden weiterhin Böller zum Kauf angeboten. Dass die Händler sich damit strafbar machen, scheint dem Geschäft nicht im Wege zu stehen. Auch Käufer können belangt werden.

Ebay erklärte, aktiv gegen solche Angebote vorzugehen. Der Bundesverband der Verbraucherschutzzentralen warnt davor, dass die Produkte oft nicht den europäischen Sicherheitsvorschriften entsprächen und forderte die Politik auf, Online-Plattformen wie Ebay und Amazon diesbezüglich stärker in die Verantwortung zu nehmen.

Pyrotechnik-Branche fürchtet Insolvenzen

Die Feuerwerksbranche trifft das Verbot hart. Der Pyrotechnik-Hersteller Weco aus Nordrhein-Westfalen spricht von Ausfällen im dreistelligen Millionenbereich und fordert finanzielle Hilfen von der Politik. Ob es solche Zahlungen geben wird, ist jedoch immer noch unklar. "Am Ende wird der wirtschaftliche Schaden vollumfänglich von der pyrotechnischen Industrie getragen werden müssen", erklärte das Unternehmen. Die Branche brauche sofortige finanzielle Hilfen, um Insolvenzen zu verhindern, teilte der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) mit.

Der Bundesrat hatte am 18. Dezember der Regierungsverordnung zum Verkauf von Silvesterfeuerwerk zugestimmt. Damit sollen in der Corona-Pandemie einerseits größere Menschenansammlungen vermieden, andererseits die Krankenhäuser entlastet werden. Diese sind aufgrund der hohen Zahl von Covid-19-Patienten bereits stark ausgelastet.

"Wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr vieles anders. Wir müssen darauf achten, dass wir nicht Böller anzünden und die Infektionszahlen explodieren. Das Verkaufsverbot für Silvesterfeuerwerk schützt unsere Krankenhäuser vor Überlastung", begründete Bundesinnenminister Horst Seehofer das Verbot.

Quellen: "Chip" / Bundesregierung / Ebay / Verband der pyrotechnischen Industrie

epp

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker