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SOFTWAREKONZERN: SAP nimmt Umsatzprognose zurück

Europas größter Softwarekonzern SAP hat hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2002 zurückgezogen. Im dritten Quartal konnte das Unternehmen den Gewinn allerdings steigern, was zu einem Höhenflug der Aktie führte.

Der größte deutsche Softwarekonzern SAP hat seine Umsatzprognose für Gesamtjahr 2002 zurückgenommen. Grund sei die allgemeine politische und wirtschaftliche Lage, teilte die SAP AG am Donnerstagmorgen in Walldorf mit. Bisher war das Unternehmen von einem Umsatzanstieg von fünf bis zehn Prozent ausgegangen. Eine genaue Prognose sei derzeit nicht möglich, hieß es. Bei der operativen Gewinnmarge rechnet SAP jedoch weiterhin mit einer Steigerung um mindestens einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahreswert von 20 Prozent.

Im abgelaufenen dritten Quartal des Geschäftsjahres (30. September) legte der Umsatz leicht von 1,65 Milliarden Euro im Vorjahresabschnitt auf 1,7 Milliarden Euro zu. Der Lizenzumsatz sei dagegen von 447 Millionen auf 435 Millionen Euro zurückgegangen.

Operatives Ergebnis gesteigert

Beim operativen Ergebnis ohne Berücksichtigung der anteiligen Kosten für aktienbezogene Vergütungsprogramme sowie akquisitionsbedingte Aufwendungen erzielte SAP nach Unternehmensangaben eine Steigerung von 201 Millionen Euro auf 316 Millionen Euro. Die entsprechende Gewinnmarge stieg von 12 Prozent im Vorjahr auf 19 Prozent. Unter Beachtung der genannten Einflüsse kletterte das operative Ergebnis von 159 Millionen Euro auf 336 Millionen Euro. Beim Quartalsüberschuss verzeichnete der Konzern im Vergleich zum Vorjahresabschnitt ein Plus in Höhe von 165 Millionen Euro auf 202 Millionen Euro (Vorjahr: 37 Millionen Euro). Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 0,65 Euro nach 0,12 Euro im Vorjahr.

SAP geht trotz der weiter reduzierten Umsatzprognose davon aus, Marktanteile hinzugewinnen zu können. Der Auftragsbestand sei weiterhin sehr gut, hieß es. Bei den angekündigten Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung sieht sich SAP im Plan. Diese seien bisher erfolgreich umgesetzt worden.

Gegenwärtig keine Prognose möglich

Zur Umsatzerwartung erklärte das Unternehmen, die allgemeine politische und wirtschaftliche Lage sei gegenwärtig nicht prognostizierbar. »Aus diesem Grund ist es schwierig, Umsatzprognosen abzugeben. Deshalb hat die SAP ihre ursprüngliche Umsatzprognose für 2002 zurück genommen und wird zum jetzigen Zeitpunkt keine Umsatzprognose geben.« Analysten hatten zuvor damit gerechnet, dass SAP die Erwartungen weiter reduziert. Erst im Juli hatte das Unternehmen seine Umsatzprognose gesenkt.

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