Sparkurs LBBW streicht 2500 Stellen


Der neue LBBW-Vorstandschef Hans-Jörg Vetter räumt gründlich auf: Die finanziell schwer angeschlagene Landesbank Baden-Württemberg will 2500 Stellen streichen. Drei Mal so viele Jobs, wie die Bank im Juli beschlossen hatte.

Die größte deutsche Landesbank LBBW steht vor einem massiven Stellenabbau. Im Zuge eines großen Spar- und Restrukturierungsprogramms sollen 2500 Arbeitsplätze bis 2013 wegfallen, wie der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster am Donnerstag nach einer Sitzung der Trägerversammlung der Landesbank Baden-Württemberg bestätigte. Das sind gut drei Mal so viele Stellen wie die LBBW noch im Juli beschlossen hatte.

Der Abbau betreffe alle Standorte, sagte der CDU-Politiker. Mit dem Wegfall fast jeder fünften der derzeit 13.600 Arbeitsplätze sollten die Kosten pro Jahr um 700 Millionen Euro gesenkt werden. Gründe für die Probleme der Bank, die Kreisen zufolge in diesem Jahr erneut einen Verlust von 1,8 Milliarden Euro erwartet, seien Altlasten aus der Übernahme der früheren SachsenLB und deren Wertpapiergeschäft. Das operative Geschäft laufe aber gut.

Der Stellenabbau ist Teil eines Restrukturierungsplans, den der neue LBBW-Vorstandschef Hans-Jörg Vetter der Trägerversammlung und dem Verwaltungsrat der Bank vorstellte. Dabei geht es unter anderem um die Auflagen der EU-Kommission, die eine Schrumpfkur für die Bank fordert, nachdem die Eigner der Bank nach einem Verlust von 2,1 Milliarden Euro 2008 eine Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro gewährt hatten.

Vetter, vorher Chef der Landesbank Berlin, will wenige Monate nach seinem Start in der LBBW gründlich aufräumen. Ihr machen neben massiven Kreditausfällen mittelständischer Kunden in der Rezession auch Schwierigkeiten mit Immobilienprojekten zu schaffen. Das Geschäftsfeld hatte Vetters Vorgänger Siegfried Jaschinski ausgebaut. Vetter will die Expansion nun stoppen, das Geschäftsfeld gehört ebenso zu den Verkaufskandidaten wie die Tochter Süd-Leasing.

Reuters/DPA DPA Reuters

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