Sportwagenbauer Porsche verdoppelt Managergehälter


Porsche ist in Deutschland weiter auf Erfolgskurs: Der Sportwagenbauer hat hierzulande seinen Absatz um zwölf Prozent gesteigert. Die Vorstandsgehälter haben sich sogar verdoppelt. stern.de zeigt, wie Porsche aus einer Fahrzeuglegende eine Goldgruppe macht.

In den ersten vier Monaten des Geschäftsjahres 2006/07 legte der Umsatz des Sportwagenbauers Porsche um 0,7 Prozent auf 2,05 Milliarden Euro zu, wie Unternehmens-Chef Wendelin Wiedeking berichtete. Der Vorstandschef dämpfte aber zugleich die Erwartungen für das laufende Jahr. Nachdem Porsche 2005/2006 den Vorsteuergewinn auf 2,11 Milliarden Euro fast verdoppeln konnte, betonte Wiedeking nun: "Dieses Ergebnis wird sich in dieser Höhe nicht halten lassen." Ein Sprung, wie er jetzt eingetreten sei, werde sich sicher nicht mehr wiederholen. In den ersten vier Monaten legte der Absatz um 0,4 Prozent auf 25.850 Fahrzeuge zu.

Unter den verkauften Fahrzeugen waren 10.350 Wagen der 911-Reihe; der Zuwachs der Sportwagenbaureihe lag bei 8,5 Prozent. Boxster und Cayman beschleunigten um 53,7 Prozent auf einen Absatz von 7.750 Einheiten. Beim Cayenne sei dagegen ein Minus von 29,2 Prozent auf 7.740 Fahrzeuge zu verzeichnen. "Mit der Einführung des neuen Cayenne im Februar 2007 wird sich die Situation in dieser Baureihe wieder deutlich verbessern", betonte das Unternehmen.

Während Porsche in Deutschland um 12,4 Prozent auf 3.950 Fahrzeuge und im Rest der Welt sogar um 15,3 Prozent auf 12.590 Fahrzeuge zulegen konnte, nahm der Absatz in Nordamerika um 17,6 Prozent auf 9.310 Fahrzeuge ab. "Über alle Baureihen hinweg soll im Geschäftsjahr 2006/07 das hohe Absatzniveau des Vorjahres wieder erreicht werden", erklärte das Unternehmen. Zulegen will Porsche insbesondere durch eine Ausweitung des Händlernetzes in Russland und China.

Sein Engagement bei VW sieht Porsche als langfristige Aufgabe an. "Wir werden mit Volkswagen unsere Zukunft sichern", bekräftigte Wiedeking. Mit dem Einstieg in Wolfsburg sei Porsche aus der warmen Kuschelecke herausgekrochen und stelle sich jetzt bewusst den Spielregeln einer anderen Liga. Porsche sei ein gutes Investment eingegangen und man stelle sich auch der damit verbundenen Verantwortung. Die Zusammenarbeit entwickle sich sehr gut. "Wir sind am unbedingten Erfolg von Volkswagen aus purem Eigennutz interessiert." Das gesamte Engagement habe Porsche mehr als vier Milliarden Euro gekostet. Die Stuttgarter halten aktuell 27,4 Prozent der VW-Anteile und wollen diese auf bis zu 29,9 Prozent erhöhen.

Im vergangenen Jahr schuf Porsche neue Stellen: Am 31. Juli 2006 waren im Konzern 11.384 Personen (Vorjahr:10.895) beschäftigt. Seinem Vorstand hat das Unternehmen für das vergangene Geschäftsjahr beinahe doppelt so viel bezahlt wie ein Jahr zuvor. Die Bezüge des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2005/06 (31. Juli) seien auf 45,2 Millionen von 26,0 Millionen Euro gestiegen, teilte Porsche mit. Darin enthalten seien erfolgsabhängige Zahlungen von 40,1 (Vorjahr 20,7) Millionen Euro. Für Pensionszusagen an die Vorstandsmitglieder bildete Porsche zudem Rückstellungen von 26,5 (Vorjahr 27,7) Millionen Euro.

Der Porsche-Vorstand besteht aus sechs Mitgliedern. Mitte des Jahres war Vertriebsvorstand Hans Riedel ausgeschieden und wurde ab November von Klaus Berning ersetzt. Vom Einzelausweis der Gehälter hatte sich Porsche von seinen Aktionären befreien lassen.

Reuters/DPA DPA Reuters

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