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Stahlfusionen: Lakshmi Mittal gibt nicht auf

Gegen den Zusammenschluss der Stahlkonzerne Arcelor und SeverStal formiert sich Widerstand. Dieser wird vom indischen Stahlbaron Lakshmi Mittal organisiert. Allerdings nicht ganz uneigennützig: Er will immer noch Arcelor übernehmen.

Goldman Sachs schreibt, angeblich im Auftrag von Mittal Steel, Großinvestoren von Arcelor an, um diese gegen die Fusion zu gewinnen, berichten die "Financial Times" und das "Wall Street Journal" (Montagausgaben) unter Berufung auf ein Schreiben der Investmentbank. Ziel sei es, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen.

Mordaschow bekäme faktisch Kontrolle über Arcelor

Goldman Sachs berät Mittal Steel bei dem Übernahmeangebot für Arcelor. Einige Großanleger äußerten sich kritisch über den geplanten Zusammenschluss. Der Chef der Finanzgesellschaft Centaurus Capital, Bernhard Oppetit, sagte der "Financial Times", eine Fusion von Arcelor und SeverStal wäre ein "Desaster" zum Nachteil der Arcelor-Aktionäre. Er kritisierte, dass der russische Milliardär Alexej Mordaschow die faktische Kontrolle über Arcelor erhalte, ohne dass die anderen Eigner gefragt würden.

Ein Sprecher von Amber Capital bemängelte, dass der Wert der von Mordaschow eingebrachten Aktivitäten nicht korrekt bewertet sei. Arcelor will mit dem Zusammenschluss mit SeverStal eine Übernahme durch Mittal Steel vermeiden. Mordaschow will mittelfristig 45 Prozent des fusionierten Konzerns kontrollieren. Arcelor lehnt einen Erwerb durch Mittal ab und strebt stattdessen eine Fusion mit dem russischen Stahlkonzern SeverStal an. Mittal bietet 25,8 Milliarden Euro für den zweitgrößten Stahlkocher. Arcelor lehnt dies weiter ab und stuft das Angebot als feindlich ein.

DPA / DPA