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Anti-Rassismus-Bewegung: Starbucks verbietet Mitarbeitern, "Black Lives Matter"-Shirts zu tragen

Starbucks-Mitarbeiter dürfen bei der Arbeit keine politischen Statements abgeben – das gilt auch für die "Black Lives Matter"-Bewegung, stellte die Führung klar. Dabei hat sich das Unternehmen gerade noch im Internet gegen Rassismus positioniert.

Mitarbeiterin von Starbucks macht einen Kaffee

Die Mitarbeiter von Starbucks dürfen sich bei der Arbeit nicht politisch äußern

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Nach dem Tod von George Floyd ist die Rassismusdebatte in den USA wieder neu aufgeflammt. Seit Wochen gehen tausende Menschen auf die Straße, um gegen die Ungleichheit in der Gesellschaft zu demonstrieren. Doch der Protest hat sich von der Straße längst in viele andere Lebensbereiche verlagert: Überall wird nun über strukturellen Rassismus diskutiert, überall solidarisieren sich Menschen, Organisationen und Unternehmen mit der "Black Lives Matter"-Bewegung.

Die Kaffeehauskette Starbucks allerdings will nicht akzeptieren, dass Mitarbeiter im Dienst ihre Unterstützung kundtun. Es sei nicht erlaubt, beispielsweise T-Shirts oder Anstecker mit Symbolen der "Black Lives Matter"-Bewegung zu tragen, heißt es in einem Memo des Managements, über das "Buzzfeed News" berichtet. Die Unternehmensführung verweist auf den Dresscode, der den Baristas seit Jahren untersage, Anstecker für "politische, religiöse oder persönliche Bekenntnisse" zu nutzen.

In Hamburg gingen 14.000 Menschen auf die Straße, um gegen Rassismus zu demonstrieren.

In sozialen Netzwerken positioniert sich Starbucks gegen Rassismus

Zing Shaw, die bei Starbucks für Inklusion und Diversität verantwortlich ist, begründete das Verbot zudem damit, dass Kunden die Prinzipien der "Black Lives Matter"-Bewegung falsch interpretieren und so absichtlich "Spaltungen verstärken" könnten. Wie aus dem Schreiben hervorgeht, hatten sich mehrere Filialleiter in der Angelegenheit an das Management der Kette gewandt.

Im Internet hatte sich Starbucks in den vergangenen Tagen noch klarer gegen Rassismus positioniert. Ganz oben auf seinem Twitter-Account hat das Unternehmen einen Tweet fixiert, in dem Starbucks die "Black Lives Matter"-Bewegung ausdrücklich unterstützt. In einem anderen Tweet hieß es: "Wir werden uns Rassismus entgegenstellen, um eine inklusivere und gerechtere Welt zu schaffen. Wir sind solidarisch mit unseren schwarzen Partnern, Kunden und Communities. Wir werden nicht nur Zuschauer sein."

Dass das Unternehmen diesen Kurs nicht auch in den Filialen deutlicher macht bzw. seinen Mitarbeitern erlaubt, sich zu positionieren, enttäuscht viele Kunden. Auf Twitter riefen einige sogar zu einem Boykott der Kette auf. Laut "Buzzfeed News" kritisieren Mitarbeiter zudem, dass es in anderen Fällen sogar vom Unternehmen gewünscht sei, in gesellschaftspolitischen Fragen Stellung zu beziehen – beispielsweise wenn es um das Thema LGBQT+ gehe. Im "Pride Month" Juni verteile das Unternehmen entsprechende Anstecker an Mitarbeiter und Kunden.

Quellen: "Buzzfeed News" / Starbucks auf Twitter

epp