HOME

Streit um Banker-Boni: Barroso droht mit Alleingang

Die Frage dürfte auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh für Zündstoff sorgen: Im Streit um die Begrenzung von Bonus-Zahlungen für Banker ist EU-Kommisionspräsident José Manuel Barroso notfalls für einen europäischen Alleingang. Der Konflikt mit den USA scheint programmiert.

Europa sollte nach Ansicht von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso notfalls im Alleingang gegen übermäßig hohe Bonuszahlungen an Banker kämpfen. "Ich glaube, wir sollten vorangehen, auch wenn die Amerikaner nicht folgen", sagte Barroso dem internationalen französischen Fernsehsender TV5 Monde. Das, was in diesem Bereich passiere, sei skandalös und ein echtes ethisches Problem.

"Es ist eine Frage der Rechtmäßigkeit, ich bin für die Freiheit der Kapitalmärkte, aber die Freiheit erfordert auch Regeln", betonte Barroso mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen beim G20-Gipfel in Pittsburgh am Donnerstag und Freitag. "Ich glaube, dass wir für eine Deckelung kämpfen müssen, aber ich kann nicht sagen, was das Ergebnis sein wird."

Die Staats- und Regierungschefs aus Kontinentaleuropa hatten sich beim EU-Gipfel in der vergangenen Woche in Brüssel dafür ausgesprochen, dass Banker weniger Anreize durch Boni für riskante Finanzoperationen erhalten sollten. US-Präsident Barack Obama will zwar das Problem übermäßiger Managergehälter angehen, lehnt aber individuelle Begrenzungen von Vergütungen ab. Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker hatte bereits beim EU-Gipfel gefordert: "Falls wir in Sachen Boni mit den USA nicht zu Potte kommen, sollten wir das im Alleingang machen."

DPA/Reuters / DPA / Reuters