HOME

Fertigstellung erst 2024: Stuttgart 21 soll eine Milliarde Euro mehr kosten

Bereits 2010 löste Stuttgart 21 große Proteste aus, die seither immer wieder aufflammen. Nun gibt es erneut Konfliktpotential: Das Bahnprojekt soll mehr als eine Milliarde Euro teurer werden. Auch der Fertigstellungstermin wurde verschoben.

Baustelle des neuen Hauptbahnhofs Stuttgart 21

Das Projekt Stuttgart 21 soll nun erst Ende 2024 fertiggestellt werden 

Diese Nachricht dürfte die Gemüter aller Stuttgart-21-Kritiker erhitzen: Das Bahnprojekt wird noch einmal teuer. Eine neue Kalkulation der Bahn soll ergeben haben, dass rund eine Milliarde Euro mehr notwendig sind. Zugleich rückt die Fertigstellung des umstrittenen Bahnhofs erneut in weite Ferne. Das Projekt soll statt im Jahr 2023 erst Ende 2024 fertiggestellt werden.

Wie die Deutsche Presseagentur aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, soll der neue Kostenrahmen für Stuttgart 21 7,6 Milliarden Euro betragen. Noch ist offen, wie und von wem das nötige Geld aufgebracht wird. Bislang waren 6,5 Milliarden Euro vorgesehen. Der neue Zeit- und Kostenplan soll nach DPA-Informationen auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats Ende Januar beschlossen werden.

Bundesrechnungshof sagte 9 Milliarden Euro Kosten voraus

Als Gründe für die höheren Kosten und die spätere Fertigstellung wurden in den Aufsichtsratskreisen unter anderem gestiegene Baukosten, Verzögerungen in den Planungsverfahren und die restriktiven Regeln beim Artenschutz genannt.

Im Zuge des hoch umstrittenen Projekts Stuttgart soll aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof ein Tiefbahnhof werden. An dem Bahnhof wird seit Februar 2010 gebaut, der Grundstein für den Neubau wurde im September 2016 gelegt. Der Bundesrechnungshof etwa hatte bis zu 9 Milliarden Euro Kosten vorausgesagt.

Das Projekt hatte im Jahr 2010 für große Proteste gesorgt, Zehntausende Menschen waren dagegen auf die Straße gegangen. Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hatte dann in dem Konflikt als Schlichter vermittelt.

ICE Zug


fri / DPA