T-Online Gericht lehnt Telekom-Fusion im Eilverfahren ab


Telekom und T-Online dürfen nicht im Eilverfahren fusionieren, verkündet das Landgericht Darmstadt. Wird dieses Urteil rechtskräftig, kann sich eine Entscheidung über Jahre hinziehen.

Das Landgericht Darmstadt hat eine Fusion von Deutscher Telekom und dem Internetdienstleister T-Online im Eilverfahren abgelehnt. Das Gericht wies in einem am Dienstag verkündeten Urteil den Antrag von T-Online zurück, einer Eintragung des Zusammenschlusses im Handelsregister bereits vorab zuzustimmen. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, würde über die Zulässigkeit der Fusion erst im Hauptsacheverfahren entschieden. Eine Entscheidung dürfte dann erst in mehreren Jahren fallen.

Die Hauptversammlung der T-Online AG hatte am 29. April 2004 mit einer Mehrheit von 99,46 Prozent der Verschmelzung mit der Deutschen Telekom zugestimmt. Gegen die Verschmelzung wehren sich nach Angaben des Gerichts die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), mehrere britische Fondsgesellschaften sowie private Aktionäre von T-Online. Die Vertreter des Internetdienstleisters hatten vor Gericht gewarnt, sollte es zu keiner raschen Fusion kommen, müsse T-Online mit gravierenden Nachteilen rechnen. Das Internetunternehmen stehe in einem immer härteren Wettbewerb und könne sich gegen Wettbewerber nur behaupten, wenn das Unternehmen gemeinsam mit der Telekom auftrete.

Der Anwalt der SdK hatte dagegen vor einer Eintragung der Fusion vor Abschluss des Hauptsacheverfahrens gewarnt. Ein solcher Schritt sei faktisch nicht mehr rückgängig zu machen. Die Telekom habe ihre Internettochter von Anfang an gebremst. So seien die beim Börsengang von T-Online eingenommenen mehr als vier Milliarden Euro nicht in die Entwicklung des Internetgeschäfts investiert, sondern weitgehend als Darlehen an die Telekom weiter gereicht worden.

AP AP

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