TARIFVERHANDLUNGEN Ab Montag Streik auf dem Bau


Im Tarifkonflikt des Baugewerbes kommt es zum ersten bundesweiten Streik der Nachkriegszeit. Bei der Urabstimmung stimmten 98,6 Prozent der Mitglieder für einen Streik.

Im Tarifkonflikt des Baugewerbes kommt es zum ersten bundesweiten Streik der Nachkriegszeit. Bei der Urabstimmung stimmten 98,6 Prozent der Mitglieder für einen Streik, wie die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am Samstag in Frankfurt mitteilte. Erforderlich waren 75 Prozent der abgegeben Stimmen. »Dieses Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen«, sagte IG- BAU-Chef Klaus Wiesehügel. Ein gutes Drittel der 340 000 Gewerkschaftsmitglieder habe sich an der Urabstimmung beteiligt.

Den Arbeitgebern Respekt einflößen

Der Arbeitskampf beginnt laut Wiesehügel am Montag zunächst in »wichtigen Metropolen im Norden« und soll dann ausgeweitet werden. IG-BAU-Vorstandsmitglied Dietmar Schäfers sagte, die Arbeitgeber sollten durch den Streik wieder den »nötigen Respekt« vor den Arbeitnehmern bekommen.

Aussperrungen nicht ausgeschlossen

Die Arbeitgeber forderten die Gewerkschaft auf, schnellstens an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Sie schlossen zugleich Aussperrungen nicht aus, falls der Tarifkonflikt eskaliert. »Wir können einen Streik nicht tolerieren, weil er sich gegen unsere Firmen richtet«, sagte Thomas Bauer, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des Hauptverbandes der Bauindustrie, der »Berliner Zeitung«. »Letztendlich bleiben uns Aussperrungen, um uns zu wehren.« Ein Termin für neue Gespräche könnte aus Bauers Sicht in der »zweiten Hälfte der kommenden Woche« liegen.

In dem seit Februar dauernden Tarifkonflikt waren die Schlichtungsversuche unter Vorsitz des CDU-Politikers Heiner Geißler gescheitert. Die Gewerkschaft fordert für die 850 000 Beschäftigten Einkommenserhöhungen von 4,5 Prozent, das Angebot der Arbeitgeber liegt bei 3,0 Prozent. Streit gibt es insbesondere über die Anhebung der Mindestlöhne in den neuen Ländern. Dabei bestanden erhebliche Differenzen im Arbeitgeberlager.


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